Das Leben und den Tod habe ich euch vor­gelegt, den Segen und den Fluch! So wähle das Leben, damit du lebst.                                                              5.Mose 30,19

Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich. Johannes 14,6

In den meisten Fällen, wo wir eine Wahl zu tref­fen haben, hat das keine weittragenden Folgen: Welches Kleidungsstück wir wählen, was für ein Auto und welchen Ferienort - unsere Zukunft hängt nicht davon ab. Schon bedeutsamer ist die Wahl unseres Wohnortes und unseres Be­rufs, und von besonderer Tragweite ist die Wahl unseres Ehepartners. Aber auch diese Entschei­dungen betreffen nur unsere irdische Zukunft.

Doch wie ist es mit der Wahl, die unsere ewige Zukunft betrifft? Hier ist jeder dazu aufgerufen,

einmal die rechte Entscheidung zu treffen und den Weg zu wählen, der zum ewigen Leben führt. Die Bibel sagt uns durch das Evangelium, dass der eine Weg, der zum Verderben führt, breit ist und dass viele darauf gehen. Der andere Weg aber, der zum Leben führt, ist schmal, und nur wenige finden ihn (Matthäus 7,13.14).

Der breite Weg erscheint zwar leichter. Man hat dort zahlreiche Weggefährten und entschul­digt seine Verfehlungen mit dem Gedanken: „Das tun doch alle!" Aber Gottes Wort sagt un­missverständlich, dass dieser Weg ins Verder­ben führt.

Der andere Weg, der durch die Umkehr zu Gott und den Glauben an Jesus Christus zum ewigen Leben führt, ist ein „schmaler" Weg. Wer ihn betreten will, muss hinderliches Gepäck zu­rücklassen wie Selbstgerechtigkeit und Stolz. Aber was für ein Glück, dass man die Gewiss­heit erhält, dass man sich auf dem rechten Weg befindet, auf dem Weg, der zum Leben führt!

 

Siehe, ich habe dir heute das Leben und das Glück und den Tod und das Unglück vorgelegt ... So wähle das Leben, damit du lebst.                    5. Mose 30,15.19
 
Eine Geschichte aus alter Zeit weiß von einem Professor zu berichten, der nach Dublin reiste, um dort an einem Kongress teilzunehmen. Er kam verspätet an. In Sorge, die Eröffnungsrede zu versäumen, sprang er in eine Droschke und rief dem Kutscher zu: "Fahren Sie schnell, ich bin in Eile! Also los!" Der Kutscher trieb seine Pferde an, und der Wagen rollte in wildem Galopp durch die Straßen.
 
Plötzlich fiel dem Professor ein, dass er dem Kutscher eigentlich noch gar nicht gesagt hatte, wohin die Fahrt gehen sollte. So rief er ihm zu: "Wissen Sie denn, wohin ich will?" ‑ "Woher denn'.?", entgegnete dieser lachend. "Aber ich fahre, wie Sie sehen, ganz nach Befehl: im Galopp!" Er schien einer von der Art zu sein, die"es faustdick hinter den Ohren haben", wie man so sagt. Wer weiß, wohin er seinen Fahrgast noch gebracht hätte!
 
Aber wissen wir, wohin die Reise unseres Lebens geht? Kennen wir das Ziel? Oder Jahren" wir ziellos in den Tag hinein? Die Bibel, Gottes Wort, lässt keinen Zweifel daran, dass es für die Lebensreise des Menschen zwei mögliche Ziele gibt: Himmel oder Hölle, ewige Seligkeit oder ewige Pein. Gott legt uns beides vor, wie einst den Israeliten: "das Leben und das Glück und den Tod und das Unglück". Wir können und müssen selbst wählen.
 
Wer den Himmel, das Glück, das Leben, zum Ziel haben will, muss jetzt zum Herrn Jesus Christus kommen. Solche will Er retten und mit Gott versöhnen. Allein durch Umkehr und Glauben, durch eine wirkliche Neugeburt, erlangen wir das "Bürgerrecht" in der Herrlichkeit Gottes und erreichen das rechte Ziel.

 

Siehe, jetzt ist die wohlangenehme Zeit, siehe, jetzt ist der Tag des Heils.

                                                                       2. Korinther 6,2

 

Wir können uns nicht bekehren, wann es uns passt, sondern dann, wenn Gottes Zeit da ist. Sonst kommen wir zu spät!

 

Am 3. Oktober 1952 morgens stand in Harrow der Zug nach London, vollgestopft mit Reisen­den, zur Abfahrt bereit. Es war schon höchste Zeit. Es wird wohl immer eine offene Frage blei­ben, warum sich die Abfahrt verzögerte. Alles war in dichten Nebel gehüllt: Da tauchte plötz­lich der Nachtexpress aus Schottland auf und raste in voller Fahrt in den vollbesetzten Nah­verkehrszug hinein. Kurz darauf bohrte sich noch ein Schnellzug aus London in die auf den Glei­sen wirr durcheinanderliegenden Eisenbahnwa­gen und in die Wrackteile, wodurch das Unglück noch größer wurde. Die Zahl der Todesopfer stieg bald auf 110. Darüber hinaus gab es noch eine große Zahl. Verletzte.

 

Bei der Abbildung der Katastrophe in der Zeitung ("The Daily Mirror") wurde eine tragische Besonderheit mit folgenden Worten kommentiert: "Die Uhr blieb um 8.14 Uhr ‑ dem Augenblick des Zusammenstoßes ‑ stehen, und unter der Uhr konnte man auf einem Plakat lesen: ,Schicke dich an, deinem Gott zu begegnen!` Ob die Betroffenen in diesem Augenblick alle bereit waren, Gott zu begegnen? Jeder, der sich zu Gott bekehrt und an den Herrn Jesus geglaubt hat, war bereit.

 

Wie spät ist es wohl jetzt an der Weltenuhr? Sind Sie bereit, Gott zu begegnen? Bald wird Gottes Gericht über die Welt hereinbrechen über alle, die ihr Leben ohne Gott und ohne Jesus Christus geführt haben. Der Zorn Gottes wird plötzlich über sie kommen "wie ein Dieb in der Nacht". Aber wer an den Erlöser glaubt, ist" nicht zum Zorn gesetzt, sondern zur Erlangung der Errettung" (l. Thessalonicher 5,2.9).

 

 

 

 

Die auf den HERRN vertrauen, sind wie der Berg Zion, der nicht wankt, der in Ewigkeit bleibt. Psalm 125,1

 

Absturz einer "Legende"

 

Sie galt als das sicherste Verkehrsmittel der Welt. Am 1. März 1901 fuhr sie zum ersten Mal. Unfälle mit Todesfolge ‑ gab es nicht! Gott sei Dank. Ob dafür wirklich jemand Gott gedankt hat? Wohl kaum. Man hatte sich ja daran gewöhnt.

 

Am 12. April 1999 jedoch wird alles anders. 4 ' 00 Uhr morgens. Die Spuren der letzten Baustelle müssen schnellstens beseitigt werden. Große Eile bestimmt das Geschehen. Noch 90 Minuten, dann muss das stählerne Ungetüm wieder fahren.

 

5.45 Uhr. Quietschend nähert sich der Koloss dem Baustellenbereich ... und prallt auf eine vergessene Stahlkralle! Sofort springt die Schwebebahn aus den Schienen und stürzt 10 Meter in die Tiefe. 47 Menschen werden zum Teil schwer verletzt, fünf sterben.

 

Fassungslos wird den Wuppertalern bewusst: Das Unvorstellbare ist passiert. Die Schwebebahn ist abgestürzt. Alle hatten gedacht, sie wäre absolut sicher. Sie hatten sich getäuscht. Fünf kamen um! Was half es ihnen, dass sie geglaubt hatten, die Baustelle wäre geräumt?

 

Haben Sie Sicherheit für Ihr Lebensziel? Nicht wenige denken: "Ich vertraue darauf, dass Gott mich annehmen wird, wenn ich kein böses Leben führe. Gott ist ja Liebe, und Sünder sind wir doch alle. Ich war ja immer religiös und bin auch getauft. Ich rechne doch damit ..."?

 

Viele sind mit dieser Hoffnung in die Tiefe gestürzt, anstatt in den Himmel zu gelangen. Dorthin führt nur ein einziger Weg, den Gott selbst vorgeschrieben hat und von dem Jesus, der Herr, sagt: "Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich" (Johannes 14,6).

 

 

  

Ringt danach, durch die enge Tür einzugehen; denn viele, sage ich euch, werden einzugehen suchen und es nicht vermögen.   Lukas 13,24

 

Mit diesen Worten antwortete der Herr Jesus Christus einem Fragesteller, der sich mit der Frage: "Herr, sind es wenige, die errettet werden?", an Ihn gewandt hatte. Der Herr möchte ihm zeigen, dass die wichtigere Frage die ist, ob man selbst zu denen gehört, die errettet werden. Ihm ist der Herzenszustand des Fragenden wichtiger als die Frage, die oft nur ein Vorwand ist.

 

Im Gleichnis vom schmalen und breiten Weg zeigt der Herr übrigens deutlich, dass die Zahl der Erretteten klein ist im Vergleich zu der großen Masse derer, die gleichgültig dahingehen (Matthäus 7,13.14), und auch dort fügt Er die Aufforderung hinzu, durch die enge Pforte einzugehen.

 

Was bedeutet nun dieses "Ringen"? Es bedeutet, dass man sich losreißen muss von dem bisherigen Leben der Gleichgültigkeit, dass man alle Vorurteile überwinden und etwas sehr Unpopuläres tun muss: die dargebotene Retterhand des Herrn ergreifen. Ja, es gehört viel Mut dazu, sich darüber hinwegzusetzen, was andere sagen, aber" ringt danach", sagt der Herr, "viele werden ... es nicht vermögen". Tatsächlich, die meisten Menschen ringen sich nicht dazu durch. Aber tun Sie es! In der Ewigkeit, vor dem "Richter aller", wird Ihnen keiner von denen helfen, die Sie heute daran hindern.

 

Die Errettung selbst aber ist ein Werk der freien Gnade Gottes; dazu kann niemand durch eigenes Ringen etwas beitragen. "Dem aber, der nicht wirkt, sondern an den glaubt, der den Gottlosen rechtfertigt, wird sein Glaube zur Gerechtigkeit gerechnet" (Römer 4,5).

 

 

 

 

                                          

       Er wird schließen und niemand wird öffnen.    Jesaja 22,22

Und die Tür wurde verschlossen. Matthäus 25,10

Das ist sicher: Wenn Gott eine Tür schließt, dann bleibt sie verschlossen. In Offenbarung 3,7 heißt es, dass Er "schließt, und niemand öffnet".

 

Als Noah einst mit seiner ganzen Familie in die Arche ging, da" schloss der HERR hinter ihm zu" (l. Mose 7,16). Und dabei gab es doch auf der Erde berühmte und mächtige Menschen, und auch Riesen (l. Mose 6). Aber keiner von ihnen wagte, die verschlossene Tür aufzubrechen. "Die Flut kam und brachte alle um."

 

Ebenso wie Gott die Tür der Arche verschloss, wird Er auch bald die Tür der Gnade schließen, und niemand wird sie wieder öffnen. Inmitten der moralischen Nacht wird ein Ruf erschallen: "Siehe, der Bräutigam! Geht aus, ihm entgegen!" (Matthäus  25,6). Dann werden alle, die bereit sind, weil sie Jesus Christus als ihren Heiland angenommen haben, zu Ihm in den Himmel aufgenommen werden. Die verstorbenen Gläubigen werden auferweckt und die Lebenden "verwandelt" werden. Sie alle werden zu Ihm gehen. Die Tür der Gnade wird dann verschlossen, und alle, die rufen: "Herr, Herr, tu uns auf!", werden die Antwort hören: "Ich kenne euch nicht" (Matthäus 25,11.12).

 

Seit fast zweitausend Jahren ist die Gnadentür geöffnet. Viele sind schon eingetreten. Viele andere zögern immer noch. Manche haben ihr ganzes Leben gleichsam in der Nähe dieser Tür zugebracht, haben Menschen eintreten sehen, und sind doch bisher draußen geblieben.   Die Tür wird verschlossen werden! Deshalb warten Sie nicht, bis es zu spät ist! "Siehe, jetzt ist die wohlangenehme Zeit, siehe, jetzt ist der Tag des Heils" (2. Korinther 6,2).

 

 

 

Verachtest du den Reichtum seiner Güte und Geduld und Langmut und weißt nicht, dass die Güte Gottes dich zur Buße leitet?    Römer 2,4

 

Ein langmütiger Gott

Samstagabend auf einer kleinen Straße im Libanon. Youssef ist in dem Auto, das ihn mit zwei Freunden zu einem Nachtlokal bringen soll, tief in Gedanken versunken. Diese abendliche Unternehmung hatte zu Hause nämlich Anlass zu einer Auseinandersetzung gegeben.

Seine Eltern waren vor kurzem Christen geworden. Jesus Christus war ihr Retter und auch ihr Herr geworden. Sie hatten eindringlich mit ihm über das Glück gesprochen, dass sie in Christus gefunden hatten. Jetzt aber waren sie beunruhigt, weil ihr Sohn die Entscheidung, sein Leben dem Herrn zu übergeben, offensichtlich auf die lange Bank schob.

Da eine Stelle mit Kies, die Geschwindigkeit ist vielleicht zu hoch, der Wagen gerät außer Kontrolle, rutscht eine Böschung hinunter, überschlägt sich noch und bleibt schließlich liegen. Benommen, aber unverletzt verlassen die drei jungen Männer das Auto.

Youssef erfasst auf einmal, wie wunderbar sie bewahrt worden sind: zehn Meter vor ihnen ein dicker Felsbrocken, zehn Meter dahinter ein Mast und   gerade unterhalb der Stelle, wo das Autowrack liegen geblieben ist   der Abgrund, wo sie leicht ihr Ende gefunden hätten.

Mit dem Eindruck, dass er wirklich mit knapper Not "gerettet" worden war, schlug er nach seiner Rückkehr zu Hause die Bibel auf. Zu seiner Überraschung las er: "Der Herr ist langmütig gegen euch, da er nicht will, dass irgendwelche verloren gehen, sondern dass alle zur Buße kommen" (2. Petrus 3,9). Diese Worte galten ganz

offensichtlich ihm. Las Gott etwa in seinem Herzen?      

 

Was ich jetzt lebe .... lebe ich im Glauben, durch den an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich selbst für mich hingegeben hat.        Galater 2,20

Größere Liebe hat niemand als diese, dass jemand sein Leben lässt für seine Freunde     Johannes 15,13

 

Ein Gott der Liebe

Der Autounfall hätte Youssef, den 20‑jährigen Libanesen, das Leben kosten können. Youssef wurde sehr nachdenklich. Ihm wurde bewusst, dass das Leben zu kurz ist, als dass man einfach nur in den Tag hinein leben konnte. Er begann, die Bibel zu lesen, um Gott und seinen Sohn Jesus Christus besser kennen zu lernen.

Im Dorf bemerkte man nach und nach eine Veränderung in seinem Verhalten. Er erzählte dann, dass er in den Evangelien entdeckt hatte, wer Jesus Christus War: seine Art zu leben, seine Worte, sein Tod und seine Auferstehung. Ihm hatte er seine Lebensschuld bekannt; und Ihm wollte er von nun an nachfolgen.

Aus Neugier entschließt sich ein Dorfbewohner, Youssef in einen Sonntagsgottesdienst zu begleiten, "um zu sehen, worum es geht Einige Zeit später gesteht er dem jungen Mann: "Ich glaube nicht mehr, nur weil du mir davon erzählt hast. Auch ich habe jetzt selbst erkannt, dass Jesus Christus wirklich der Heiland der Weit ist."

Und weil einer dem anderen davon erzählte, hörten schließlich viele Leute aus dem Dorf das Evangelium, diese gute Botschaft vom Heil und der Vergebung, die durch Christus Jesus in die Weit gebracht worden ist. Viele nahmen sie an und erkannten, dass Gott uns seine Liebe durch Jesus Christus kundgetan hat.

So etwas kann nicht das Ergebnis eines Zufalls sein. Auch heute noch spricht Gott zu unserem Herzen, unserem Geist und unserem Gewissen.

 

Wache auf, der du schläfst, und stehe auf aus den Toten, und der Christus wird dir leuchten!     

 
 

Der Niagara Fluss in Nordamerika verbindet den Erie See mit dem Ontario See. Zunächst fließt er ruhig dahin, doch an einer bestimmten Stelle gewinnt die Strömung an Schnelligkeit und eilt über Felsen und Klippen den ungefähr 50 Meter hohen Niagara Fällen zu.

Vor Jahren sah man einmal ein Boot mit einem schlafenden Indianer auf dem Fluss treiben. Beobachter am Ufer riefen laut und bliesen sogar in ein Horn, um den gefährdeten Mann zu wecken, aber vergeblich. Schneller und schneller trieb das Boot ungesteuert vorwärts und stieß an einen Felsen. Die Menschen am Ufer dachten, nun müsse er doch aufwachen. Aber entweder war der Indianer betrunken oder sehr ermüdet, denn immer noch regte er sich nicht. Jetzt geriet das Boot in die pfeilschnelle Strömung, die es dem Wasserfall entgegentrieb. Im letzten Augenblick erwachte der Unglückliche. Man sah noch, wie er sich aufrichtete und die Ruder ergriff   dann stürzte er in die Tiefe.

Was für ein treffendes Bild von Menschen, die sich einfach vom Strom des Zeitgeistes treiben lassen, ohne an das Ziel zu denken, dem sie entgegeneilen   die Ewigkeit! "Leben im Jetzt" ist das Schlagwort, dem sie folgen. Sie wollen so intensiv leben wie möglich, alles mitnehmen, sich nichts entgehen lassen. Da ist es ihnen nur recht, dass die öffentliche Moral den Begriff "Sünde" abgeschafft hat.

Aber was das Ziel betrifft, auf das sie zusteuern, "schlafen" sie. Sie treiben gedankenlos, aber unaufhaltsam darauf zu. Ihnen kommt gar nicht ins Bewusstsein, dass sie Gott für ihr Leben verantwortlich sind.

Gott will die Menschen vom ewigen Verderben retten. Er ruft und warnt sie, damit sie rechtzeitig erwachen und zu Ihm umkehren.

Vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bö­sen, davon sollst du nicht essen; denn an dem Tag, da du davon isst, musst du sterben.

1. Mose 2,17

 

"Aber Adam soll doch 930 Jahre alt geworden sein. Wie verträgt sich das denn damit, dass er am selben Tag sterben sollte, wenn er vom Baum der Erkenntnis essen würde?" ‑ Hören Sie, was mein Freund Karsten neulich beobachtete:

Karsten schnitt in seinem Garten eine Rose ab und stellte sie im Haus in eine Vase. Es war ein prächtiges Stück, wie sie so frisch und duftend dastand. Karsten versorgte sie täglich mit Was­ser. Am dritten Tag kam ein Besucher, der mein­te, sie sei soeben erst frisch geschnitten wor­den. Kurz darauf begannen die ersten Blüten­blätter sich kaum merklich am Rand zu kräuseln; später fiel eines herab. Immer noch war es die schöne, stattliche Rose. Doch dann fiel ein Blatt nach dem anderen, und der Augenblick kam, wo der entblätterten und verdorrten Pflanze keine Spur von Leben mehr anzusehen war.

Und jetzt die Frage:"Wann starb die Rose?" Erst als sie verdorrt dalag? Oder als das erste Blatt abfiel? Starb sie, als das erste Kräuseln begann, oder war sie etwa schon gestorben, als der Besucher kam und noch gar nichts merkte? Kein Zweifel: Die Rose starb schon viel früher. Sie starb, als Karstens Messer sie vom Rosenstock trennte und ihr damit den Lebenssaft abschnitt.

Genauso ist es bei uns Menschen. Adam starb, als die Sünde ihn von Gott trennte. Sterben bedeutet Trennung von Gott. Darum ist für Gott, seit die Sünde in die Welt gekommen ist, jeder Mensch tot in seinen Vergehungen und Sünden" (Epheser 2,1). Doch durch die neue Geburt"aus Wasser und Geist", im Glauben an den Sohn Gottes, empfängt jemand neues, ewiges Leben (Johannes 3,5.16). Nur so kann man dem "zweiten TOD entgehen, der ewigen Existenz in Gottferne und Gericht (Offenbarung 20,14.15).

 

 

Es sprach aber jemand zu ihm: Herr, sind es wenige, die errettet werden? Er aber sprach zu ihnen: Ringt danach, durch die enge Tür ein­zugehen; denn viele, sage ich euch, werden einzugehen suchen und es nicht vermögen.   Lukas 13,23.24

 

Mit dieser Antwort hatte der Fragesteller damals wohl nicht gerechnet. Aber es war genau die Antwort, die er brauchte. Denn zu wissen, ob wenige oder viele Menschen errettet werden, ist vielleicht interessant; aber entscheidend ist, ob man selbst errettet wird. Die Antwort lautet des­halb nicht ja oder nein; sie wendet sich vielmehr an das Gewissen des Fragenden, aber auch an uns alle: "Ringt danach, durch die enge Tür ein­zugehen."

Durch die enge Tür einzugehen bedeutet, zur rechten Zeit in der rechten Weise das Heil zu ergreifen, das Gott heute noch anbietet. Jeder ist persönlich aufgefordert, mit Entschiedenheit, sozusagen mit kämpferischer Entschlossenheit, diese Möglichkeit zu nutzen.

Aber die Tür ist eng: Gott fordert die Menschen auf, Buße zu tun, d. h. anzuerkennen, dass sie Sünder sind und das Gericht Gottes verdient haben. Das ist unbequem. Da haben eigene Vorstellungen über Recht und Unrecht oder eigene vermeintliche Qualitäten keinen Platz.

Und wann ist die rechte Zeit? Heute noch gilt es, durch die Tür der Errettung einzugehen, denn einmal wird sie verschlossen sein. Dann werden viele plötzlich merken, dass sie das Wichtigste versäumt haben. Doch wenn sie dann einzugehen suchen, werden sie es nicht mehr können! Dann wird auch die Tatsache, ein anständiges, vielleicht äußerlich christliches Leben geführt zu haben, das ewige Los nicht mehr ändern.                                                                                                                                                                   Wie' ernst, wenn der Ruf: "Herr, tu uns auf!", dann beantwortet werden wird: "ich kenne euch nicht, woher ihr seid; weicht von mir, alle ihr Übeltäter!" (Lukas 13,27).

 

 

Siehe, jetzt ist die wohlangenehme Zeit, sie­he, jetzt ist der Tag des Heils.

                                                                        2. Korinther 6,2

 

Zu diesem Bibelvers hat ein gläubiger Pfarrer, der Ende des 19. Jahrhunderts zum Segen ge­wirkt hat, einige ernste Worte geschrieben, die wir hier auszugsweise wiedergeben möchten. Wenn der Schreiber darin von Törichten Jung­frauen" spricht, so nimmt er Bezug auf das "Gleichnis von den zehn Jungfrauen", das der Herr Jesus Christus einst seinen Jüngern erzähl­te (Matthäus 25,1‑13). Sollte einem unserer Le­ser dieses Gleichnis noch unbekannt sein, bitten wir ihn, es in seiner Bibel nachzulesen. Hier nun die Ausführungen des Pfarrers:

II... wenn der Hammer der Ewigkeit zum letz­ten Mal anhebt und seine dumpfen Glocken­schläge wirft und aus dem Heute das Gestern geworden ist, dann ist es zu spät. Heute, das kann für dich und mich noch 10 Jahre oder 12 Jahre dauern oder nur noch einige Wochen. Heute! Heute!

Die Zeit ist kurz, und was die Minute versäumt hat, bringen tausend Ewigkeiten nicht zurück. Seht, die törichten Jungfrauen kamen nur fünf Minuten zu spät, und es war zu spät für immer. Sie waren nur noch bei den Krämern ... ; als sie aber wiederkehrten, war die Tür verschlossen. Sie klopften und baten und weinten und riefen, und hinter der Tür klang es: Ich kenne euch nicht! ... Wenn dein Heute hinab in das Meer der Ewigkeit geronnen ist, ein Tropfen, in dem die Sonne eine Weile gespielt hat, ... ist es dann aus? Nein   aber für dich ist es vorüber. In der Ewigkeit gibt es keine Bekehrung mehr ..."

Ja, jetzt ist die Zeit, heute ist der Tag, um mit Gott ins Reine zu kommen und zu Ihm umzukehren. Das Beispiel der törichten Jungfrauen zeigt, wie schlimm die Folgen sein können, wenn wir versäumen, rechtzeitig Vorsorge zu treffen für die Ewigkeit.

 

 

Psalm 93,5

 

Satellitengesteuerte Auto‑Navigationssysteme sind eine feine Sache. Bequem erreicht der Auto­fahrer die gewünschte Adresse, denn der Bord­computer gibt präzise Anweisungen: Nach 300 Metern links, im Kreisverkehr geradeaus, dann die nächste Abfahrt rechts, nach 50 Metern auf der rechten Seite ‑ Ziel erreicht!

Eigentlich ideal. Doch manche tun sich schwer, dem elektronischen Führer wirklich zu vertrau­en. Neben der Computerstimme meinen sie immer noch Landkarte und Wegbeschreibung nötig zu haben. Die Folge ist meist nur, dass man das Ziel später erreicht. Trotzdem ist ein gewisses Misstrauen gegenüber technischen Einrichtungen verständlich. Schließlich gibt es ja auch so etwas wie Pannen. Das bringt mich auf ein "Navigationsproblem" ganz anderer Art: Wie finde ich meinen Weg durchs Leben? Auch dazu brauchen wir einen verlässlichen Führer, der nicht aussetzt, wenn es an die Frage der Ewigkeit geht. Und Gott sei Dank   den gibt es! Es ist die Bibel, das Buch der Bücher. Sie ist kein Werk von Menschen und daher auch nicht mit ihren Fehlern behaftet. Sicher haben Menschen dieses Buch geschrieben, es ist nicht vom Himmel gefallen   aber das, was sie schrieben, ist von Gott eingegeben, von Ihm inspiriert (vgl. 2. Timotheus 3,16). Wir haben es daher mit dem Wort, dem Zeugnis Gottes zu tun. Und das ist sehr zuverlässig. Unser Schöpfer will und wird uns doch nicht in die Irre führen!

Auch hier gibt es viele, die diesem Führer misstrauen. Sie können sich das übernatürliche Wirken Gottes nicht, vorstellen, ebenso wenig wie sie das Funktionieren des Auto Navigators erklären können. Aber neben dem Reden Gottes in der Bibel gibt es keine Alternative. Wer nicht darauf hört, geht verloren   ewig.

 

Das bringt mich auf ein "Navigationsproblem" ganz anderer Art: Wie finde ich meinen Weg durchs Leben? Auch dazu brauchen wir einen verlässlichen Führer, der nicht aussetzt, wenn es an die Frage der Ewigkeit geht. Und Gott sei Dank ‑ den gibt es! Es ist die Bibel, das Buch der Bücher. Sie ist kein Werk von Menschen und daher auch nicht mit ihren Fehlern behaftet. Si­cher haben Menschen dieses Buch geschrie­ben, es ist nicht vom Himmel gefallen ‑ aber das, was sie schrieben, ist von Gott eingegeben, von Ihm inspiriert (vgl. 2. Timotheus 3,16). Wir haben es daher mit dem Wort, dem Zeugnis Gottes zu tun. Und das ist sehr zuverlässig. Unser Schöpfer will und wird uns doch nicht in die Irre führen!Auch hier gibt es viele, die diesem Führer misstrauen. Sie können sich das übernatürliche Wirken Gottes nicht vorstellen, ebenso wenig wie sie das Funktionieren des Auto‑Navigators erklären können. Aber neben dem Reden Gottes in der Bibel gibt es keine Alternative. Wer nicht darauf hört, geht verloren ‑ ewig

 

 

Ich kenne deine Werke, dass du den Namen hast, dass du lebst, und du bist tot.

                     Offenbarung 3,1

 

Wie alte Chroniken berichten, ist es früher vor­gekommen, dass Menschen für tot gehalten und lebendig begraben wurden. Eine entsetzliche Vorstellung! Wie dankbar können wir sein, dass die Medizin mit ihren diagnostischen Methoden heute weiter ist!

 

Aber es ist zu befürchten, dass "Scheinleben­dige" gar nicht so selten sind. Sie haben richtig gelesen: Scheinlebendige. Die Bibel spricht da­von: Es gibt solche, die den Namen haben, dass sie leben, und doch tot sind. Gemeint ist natür­lich nicht das körperliche Leben, sondern das innere: Man ‑kann sich zu den Christen zählen ‑aber wer nicht durch den persönlichen Glauben an Christus von neuem geboren ist, ist immer noch tot in seinen Vergehungen und Sünden" (Epheser 2,1). Die vermeintliche Verbindung zu Gott existiert nicht. Das ist insofern noch schlimmer, als scheintot zu sein, als die Auswirkung sich auf die Ewigkeit erstreckt.

 

Einen Scheintoten hat mitunter ein gewaltsamer, schockartiger Eingriff noch rechtzeitig ins Bewusstsein zurückgebracht. Etwas Ähnliches kann auch einem Scheinlebendigen passieren . Unfall, Börsenkrach, schwere Krankheiten, Familienkrisen   und der Vorhang der Selbsttäuschung wird weggerissen. Plötzlich wird klar: Mir fehlt das Entscheidende! Die Taufe und andere religiöse Handlungen, frommes Reden und Handeln haben mich nicht zu einer echten Lebensgemeinschaft mit Gott geführt. Ich brauche etwas anderes, ich brauche neues, ewiges Leben!   Und wie bekommen wir das?

 

Der Herr Jesus Christus hat es gesagt: "Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern ist aus dem Tode in das Leben übergegangen" (Johannes 5,24).

            Epheser 5,14
Deine Zeugnse sind sehr zuverlässig


 

 

Wenn du doch erkannt hättest ‑ und wenigs­tens an diesem deinem Tag ‑, was zu deinem Frieden dient! Jetzt aber ist es vor deinen Augen verborgen.       Lukas 19,42

 

Gewisse Zugvögel, die in Gefangenschaft gehalten werden, werden unruhig, sobald der Herbst kommt. Instinktiv fühlen sie, dass die Zeit da ist, in wärmere Länder zu ziehen. Sie flattern gegen die Stangen ihres Käfigs und würden sofort dem sonnigen Süden entgegenfliegen, wenn sich nur die Tür ihres Gefängnisses öffnen würde. Bleibt diese aber geschlossen, verliert sich ihre Unruhe, sobald die Zeit des Vogelzugs vorüber ist. Öffnet man dann den Käfig, zeigen sie kaum noch Neigung, fortzuziehen.

 

So gibt es auch für die Seele des Menschen Zeiten, in denen Gottes Geist mächtig an ihr wirkt. Sie spürt das Verlangen, der Knecht der Sünde zu entfliehen, aus den Fesseln der weltlichen Begierden frei zu werden und in der warmen Gnadensonne des Herrn Jesus Christus Heil und Heimat zu finden. Sind aber die Liebe zur Welt, die Menschenfurcht oder "der zeitliche Genuss der Sünde" stärker als das Verlangen nach Befreiung und Errettung, dann geht das Bemühen der Gnade Gottes ungenutzt vorüber. Die mahnende, einladende Stimme des Geistes Gottes im Innern verstummt, die Sehnsucht nach Rettung schwindet, und bald ist wieder alles beim Alten. Und was wird dann das Ende sein?

 

Wer heute noch die Stimme des Geistes Gottes in sich verspürt, ist aufgerufen, Ihm zu folgen, damit der Herr nicht eines Tages über ihn dasselbe sagen muss wie einst über Jerusalem: "Du hast die Zeit deiner Heimsuchung nicht erkannt!" (Lukas 19,44). Gottes Wort sagt: "Heute, wenn ihr seine Stimme hört, verhärtet eure Herzen nicht   (Hebräer 3,15).

 

 

 

 

Und in jener Zeit wird dein Volk errettet werden, jeder, den man im Buch aufgeschrieben findet.

Daniel 12,1

 

Der Prophet Daniel beschreibt in seiner Schau mit aller Klarheit und mit einer erschreckenden Deutlichkeit die Geschehnisse der letzten Tage. Selbst wenn uns manche Beschreibung Rätsel aufgibt und wir sie nicht richtig zu deuten vermögen, ist die Botschaft doch verständlich. Wir merken, dass die Bibel keine ständige Verbesserung aller Dinge lehrt, sondern von zunehmender Not und Gottlosig­keit spricht. Wenn wir aufmerksam die Nachrichten in Zeitung und Fernsehen verfolgen, sehen wir diese Entwick­lung täglich bestätigt.

Doch bei‑allen endzeitlichen Schilderungen gipfelt der Text nun in einer mächtigen Verheißung: "... in jener  jener  Zeit

wird dein Volk gerettet werden. " Die Geschichte steuert auf einen wichtigen heilsgeschichtlichen Moment zu. Hier wird in aller Klarheit die Hoffnung unseres Glaubens gezeigt. Unsere Hoffnung beschränkt sich nicht nur auf un­ser jetziges Leben, sondern geht weit darüber hinaus. Pau­lus drückt es einmal so aus: "Hoffen wir allein in diesem Leben auf Christus, so sind wir die elendesten unter allen Menschen" (l. Kor. 15,19). Unsere Hoffnung auf Christus ist kein religiöser Anker für Menschen, die im Leben nicht zurechtkommen. Nein, Leben mit Jesus heißt Rettung und Hoffnung über den Tod hinaus. jeder, der diese Rettung erlebt hat, dessen Name steht geschrieben im Buch des Lebens. Das Buch, von dem Daniel hier spricht, finden wir in der Offenbarung wieder. "Und ich sah die Toten, die Großen und die Kleinen, vor dem Thron stehen, und die Bü­cher wurden geöffnet, und ein anderes Buch wurde geöffnet, welches das Buch des Lebens ist" (Offb. 20,12). Es kommt der Tag, an dem jeder Rechenschaft geben muss für sein Leben. Da ist es dann entscheidend, wie wir mit dem An­gebot Gottes umgegangen sind. Hast du Jesus in dein Le­ben eingeladen? Hast du erlebt, wie Er Schuld vergibt und neues Leben schenkt? Oder waren dir andere Dinge im Leben wichtiger? Gehst du lieber deine eigenen Wege, ohne nach Gott zu fragen? Wenn wir am Ende unseres Lebens angekommen sind, die vielen Prüfungen durchlebt haben, kommt es darauf an, ob unser Name In dem Buch steht. Steht dein Name im Buch des Lebens? Wenn ja, dann sollen dich diese Verse ermutigen, weiterhin dein Leben im Vertrauen zu deinem Herrn zu leben. Er wird dich stärken und dich tragen, bis wir Ihn von Angesicht zu Angesicht sehen. Wenn du diese Frage nicht beantworten kannst, dann ist heute die Gelegenheit, mit Jesus zu begin­nen und dein Leben in Seine Hand zu legen, Er wartet auf dich und möchte dein Leben neu machen.

 

 

Später aber kommen auch die übrigen Jungfrauen und sagen: Herr, Herr, tu uns auf! Er aber antwortete und sprach: Wahrlich, ich sage euch, ich kenne euch nicht.          Matthäus 25,11.12

 

Im Gleichnis von den klugen und den törichten Jungfrauen (Matthäus 25) hat der Herr der Christenheit eine ernste Tatsache vorstellen wollen: Wenn Christus wiederkommt, um die Seinen zu sich in den Himmel aufzunehmen, werden nicht alle, die sich zum Christentum bekennen, mit Ihm in die Herrlichkeit eingehen. Sie bleiben ausgeschlossen von der göttlichen Segnung im Himmel, die in den Worten Jesu unter dem Bild einer Hochzeit dargestellt wird.

 

So herrlich das Los der "klugen Jungfrauen" ist, so traurig und schrecklich ist das der „törichten", die wohl eine Lampe haben, aber kein Öl.

Sie geben sich der Täuschung hin, es fehle ihnen nichts zur Teilnahme an der Hochzeit. Doch sie kommen vor eine verschlossene Tür. Wie groß ist dann ihr Schrecken, wenn sie im Bild dieses Gleichnisses die abweisenden Worte des Herrn hören müssen: "Ich kenne euch nicht."

 

Eine Lampe ohne Öl bedeutet, dass das Entscheidende fehlt. Die Lampe ist gut und nötig, aber sie ist nur der äußere Teil des Ganzen. Genauso wenig genügt ein äußerlich christlicher Lebenswandel, und wäre er noch so tugendhaft. Solange ein Mensch nicht durch den Glauben an Christus von neuem geboren ist, hat er nicht das neue, ewige Leben. Die schönste "Lampe" eines christlichen Bekenntnisses nützt nichts, denn wenn das "Öl" des Heiligen Geistes fehlt, kann das Licht des göttlichen Lebens nicht daraus leuchten. Und vor Gott kommt es allein darauf an.

 

Wohl dem, der sich nicht nur zu Christus bekennt, sondern an Ihn glaubt, bevor die Tür zur Herrlichkeit für immer verschlossen wird.

 

Du hast einen gewaltigen Arm, stark ist deine Hand, hoch deine Rechte.    Psalm 89,14

 

27. April 1988, strahlendblauer Himmel. Nur noch 30 Flugminuten trennen die vollbesetzte Maschine des Flugs 243 von ihrem Zielort, der Hawai‑Insel Maul. Plötzlich ‑ ein ohrenbetäubender Lärm. In über 7000 Metern Höhe ist das Oberteil der Kabine abgerissen: Ermüdungsbruch! Einige Fluggäste haben mit ihrem Leben abgeschlossen: "Pech gehabt." Andere schreien zu Gott ‑ zu einem Gott, den sie gar nicht kennen.

 

Nach 30 Minuten geschieht das Wunder. Dem Piloten R. Schornstheimer gelingt es, das Flugzeug sicher zu landen. Überglücklich liegen sich fremde Passagiere in den Armen. Freudentränen fließen, Jubelrufe sind zu hören: "Glück gehabt!" Gott ist vergessen.   Der Pilot dagegen sagt auf der anschließenden Pressekonferenz: "Die Hand Gottes hat das Flugzeug geführt."

 

In Notlagen zeigt sich oft die ganze Hilflosigkeit des Menschen. Plötzlich steht dann die Frage nach Gott im Raum   jedenfalls so lange, wie die Schwierigkeiten anhalten. Geht es einmal nicht gut aus, wird Gott sogar auf die Anklagebank gesetzt: "Wie kann Gott das zulassen?" "Ist das ein Gott der Liebe?" Und wenn Gott wunderbar eingreift, dann spricht der Mensch von Glück und Zufall. Und Gott wird wieder vergessen. Er hat in dieser aufgeklärten Welt keinen Platz   wirklich nicht?

 

"Die Hand Gottes hat das Flugzeug geführt." Gott steht hinter allem und hält alle Fäden in seiner Hand der Gott, der "will, dass alle Menschen errettet werden" (l. Timotheus 2,4), der an der Herzenstür klopft. Manchmal geht das nur durch Not und Katastrophen. Das sind göttliche Warnungen. Aber auch dann, wenn alles gut ausgeht: Erkennen Sie darin Gottes Wirken, und legen Sie Ihr Leben in seine Hand!

 

Rette dich um deines Lebens willen; sieh nicht hinter dich, und bleib in der ganzen Ebene nicht stehen ... Und seine (Lots) Frau sah sich hinter ihm um und wurde zu einer Salzsäule.   1. Mose 19,17.26

 

Die Geschichte von Lots Frau ist schnell erzählt. Als Bewohnerin von Sodom hatte sie das sittenlose Leben dieser Stadt kennen gelernt. Aber weil Gott ihr Barmherzigkeit erweisen wollte, wurde sie im Augenblick des Gerichts, das Sodom zerstörte, mit ihrem Mann und ihren beiden unverheirateten Töchtern verschont. Doch die Engel Gottes mussten sie an die Hand nehmen und beim Verlassen der Stadt zur Eile antreiben.

 

So mahnt und drängt Gott auch jeden Menschen und ergreift ihn bildlich gesprochen bei der Hand. Er will nicht den Tod des Sünders, "sondern dass der Gottlose von seinem Weg umkehrt und lebt“ (Hesekiel 33,11). Sollte sich da jemand weigern, mit Ihm zu gehen?

 

Lots Frau blickte zurück. Mit Bedauern und Bitterkeit wandte sie sich um nach der brennenden Stadt, wo sie ihre ganze Habe zurückgelassen hatte und ‑ so müssen wir leider sagen auch ihre Zuneigungen. Vielleicht sagt jemand, das war doch nicht so schlimm! Aber dadurch war sie dem ausdrücklichen Wort Gottes ungehorsam: "Sieh nicht hinter dich!" Sie konnte sich von dem Leben in Sodom nicht trennen, das Gott richten musste. Ihre Füße verließen Sodom, aber ihr Herz war dort zurückgeblieben. Gott will aber kein geteiltes Herz!

 

Eine klare Entscheidung ist nötig: die Welt oder Christus, aber nicht beides zugleich. Der Weg der Weit führt unweigerlich ins ewige Verderben. Der Weg des Glaubens bringt Rettung und Geborgenheit in der Gemeinschaft mit Gott; aber er erfordert auch Verzicht. Doch die Mühe lohnt sich reichlich! Am Ende steht das ewige Leben.

 

 

 

Der Pharisäer u. die Sünderin                              Lukas 7,36

 

Es bat ihn aber einer der Pharisäer, mit ihm zu essen; und er ging in das Haus des Phari­säers und legte sich zu Tisch.      

Bevor der Herr Jesus Christus seinen öffentli­chen Dienst begann, rief schon Johannes der Täufer das Volk zur Buße auf. Er wies auf den Erlöser hin, der im Alten Testament verheißen war und jetzt kommen würde, um sein Volk von ihren Sünden zu retten. Viele Juden folgten sei­nem Ruf und ließen sich auch taufen. Damit gaben sie äußerlich zu erkennen, dass sie sich von ihren Sünden abwenden wollten, um in das Reich des kommenden Messias eingehen zu können.

Doch die Pharisäer und Gesetzgelehrten, die religiösen Führer des Volkes, verweigerten sich diesem Gebot Gottes (Lukas 7,30). Der Pharisäer Simon aber lädt Jesus zu einem Essen ein. Ist er etwa eine rühmliche Ausnahme? Schlägt sein Herz doch für den Sohn Gottes?

Später wird deutlich werden, dass Simon ein "korrekter" Gastgeber sein mag, aber dass sein Verhalten gegenüber dem Herrn doch jedes Merkmal besonderer Herzlichkeit und Fürsorge vermissen lässt. Er glaubt nämlich nicht, dass Jesus der Messias, der Sohn Gottes, ist.

Aber warum lädt Simon den Herrn überhaupt ein? Die Wunder, die der Heiland getan hat, sowie seine Worte der Gnade sind weithin bekannt geworden. Ist Simon einfach nur neugierig? Will der Pharisäer mit dieser Einladung den anderen Gästen zeigen, dass er für jeden offen ist? Oder meint er etwa, ihnen einmal eine besondere Art der Unterhaltung bieten zu müssen? Vielleicht kommen alle diese Beweggründe zusammen.   Aber sind das wohl gute Voraussetzungen dazu, den Herrn Jesus Christus als Retter persönlich kennen zu lernen?

Und siehe, eine Frau, die in der Stadt war, eine Sünderin, erfuhr, dass er in dem Haus des Pharisäers zu Tisch liege, und brachte ein Alabasterfläschchen mit Salböl.

Lukas 7,37

Was immer auch der Beweggrund Simons war, Jesus in sein Haus einzuladen, der Herr ist seiner Einladung gefolgt. Er hat eine Botschaft für Simon. Wichtiger noch: Der Heiland wird dort eine ganz besondere Begegnung haben.

Plötzlich steht eine Frau im Raum. Sie gehört nicht zu den geladenen Gästen. Normalerweise würde sie dieses Haus gar nicht betreten. Der Hochmut der Pharisäer und das Wissen um die eigene Schande würde sie davon abhalten.

Diese Frau ist nämlich eine stadtbekannte Sünderin. Allein die Anwesenheit des Herrn Jesus Christus treibt sie zu dem ungewöhnlichen Schritt in das Haus Simons. Welches sind nun ihre Beweggründe? Bloße Neugier in Bezug auf "diesen Jesus" kann sie kaum hierher geführt haben.

In den Versen vor dieser Begebenheit in Lukas 7 liest man, wie der Herr über die Haltung der religiösen Führer Ihm gegenüber gesprochen hat: "Der Sohn des Menschen ist gekommen .... und ihr sagt: Siehe, ... ein Freund von Zöllnem und Sündem" (V. 34).

Die Pharisäer verachteten den Herrn für die Güte, die Er Sündern gegenüber ausstrahlte. Diese Frau aber wurde dadurch angezogen. Sie war eine Sünderin. Sie wusste es, und es machte ihr Not. Das ist die rechte Voraussetzung, Jesus als Retter kennen zu lernen. Wer mit diesem Beweggrund zu Ihm kommt, dem gilt das Wort des Herrn: Mer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen" (Johannes 6,37).

... und hinten zu seinen Füßen stehend und weinend, fing sie an, seine Füße mit Tränen zu benetzen; und sie trocknete sie mit den Haaren ihres Hauptes und küsste seine Füße und salbte sie mit dem Salböl.   Lukas 7,38

Die Gäste Simons hatten nach der damaligen Sitte auf Liegepolstern um den Tisch herum Platz genommen. Die Sünderin stellt sich mit ihrer Alabasterflasche hinter den Herrn, zu seinen Füßen. Weiter wagt sie nicht zu gehen.

Sie entschuldigt sich nicht für ihr Eindringen. Sie spricht kein Wort. Sie ist auch gar nicht in der Lage dazu. Die Last, die so schwer auf ihrem Herzen liegt, bricht sich Bahn in einem Strom von Tränen.

Was bringen diese Tränen zum Ausdruck? Sie zeigen:

 -dass sie ihre Sünden eingesteht und zutiefst bereut;

 -dass sie dem Urteil Gottes über diese Sünden

und über sich selbst als Sünderin zustimmt;

 -dass sie Vertrauen zu Jesus, dem Retter und Herrn, hat.

Wie tief das Glaubensvertrauen in ihrem Herzen in diesem Augenblick schon geht, wissen wir nicht. Aber es ist echt. Gott hat es in dieser Frau gewirkt (vgl. Johannes 6,44.47.65). Und sie wird nicht enttäuscht werden.

Ihre Tränen benetzen die Füße Jesu. Der Herr kennt die Bedeutung dieser Tränen und äußert kein Wort des Tadels. Er nimmt diesen Ausbruch des belasteten Herzens an. Das gibt ihr Mut, seine Füße mit ihren Haaren zu trocknen.

Schließlich bringt das erleichterte Herz dem Herrn Jesus Christus seine Huldigung dar. Die Frau salbt seine Füße mit dem Salböl, das sie mitgebracht hat.

Als aber der Pharisäer es sah, der ihn gela­den hatte, sprach er bei sich selbst und sag­te: Wenn dieser ein Prophet wäre, so würde er erkennen, wer und was für eine Frau es ist, die ihn anrührt; denn sie ist eine Sünderin.       Lukas 7,39

Simon war Augenzeuge einer interessanten Be­gebenheit geworden. Seine Gedanken darüber sind typisch für einen Pharisäer:

Er weiß um die Existenz Gottes. Und dass Gott Propheten senden kann, hält er durchaus für möglich. Schließlich erkennt er an, dass es Sünde und folglich auch Sünder gibt. Doch das ist ein Thema, von dem er sich selbst gar nicht betroffen fühlt. Ihm fehlt jeder Blick für seine eigenen Sünden und die notvolle Situation, in der er selbst sich dadurch befindet. Daher kann er auch leicht den Gedanken hegen, dass Gott mit Sündern nichts zu tun haben will und dass auch ein Prophet die Nähe von Sündern meiden muss.

Weil es dem Pharisäer an der rechten Selbsterkenntnis fehlt und er keine Sündennot kennt, kann er sich nur einen sehr harten Gott vorstellen und bekommt auch nicht den rechten Blick auf Jesus, den Retter!

Alle von Menschen erfundenen Religionen zeigen in der Regel dieselben Charakterzüge: Danach gibt es zwar Sünder, aber es gibt auch gute Menschen, die   so meint man   keinen Erretter und keine Gnade nötig haben.

Der Herr Jesus Christus hatte zuvor die Empfindungen der Sünderin erkannt, die in ihren Tränen zum Ausdruck kamen. Auch die unausgesprochenen Gedanken des Pharisäers sind Ihm nicht verborgen. Er wird ein besonderes Wort an Simon richten.

Und Jesus antwortete und sprach zu ihm:

Simon, ich habe dir etwas zu sagen. Er aber spricht: Lehrer, rede.              Lukas 7,40

Jetzt erzählt Jesus das Beispiel von einem Gläu­biger, der zwei Schuldnern ihre Schuld erließ. Der Betrag war bei dem einen zehnmal so hoch wie bei dem anderen. Jesus fragt: "Wer nun von ihnen wird ihn am meisten lieben?" Simon ant­wortet: "Ich meine, der, dem er das meiste ge­schenkt hat."

Der Herr bestätigt das und knüpft daran an. Er zeigt Simon, dass Er tiefer gesehen hatte, als dieser ahnte! Jesus macht den selbstgerechten Pharisäer darauf aufmerksam, dass er Ihm we­der Wasser für eine Fußwaschung noch einen Kuss zur Begrüßung gegeben, noch sein Haupt mit Öl gesalbt hatte. Die verachtete Frau aber, so erklärt Er, hatte all das   auf ihre Weise   wohl getan, als sie seine Füße mit Tränen benetzte und schließlich mit Öl salbte.

In dem Verhalten der Sünderin hatte Jesus Liebe empfunden. Wahrscheinlich hatte diese Frau bisher nur ein schwaches Ahnen von der gewaltigen Tatsache der Vergebung der Sünden. Aber die Güte und Gnade des Herrn hatte sie angezogen und hatte die Liebe zu Ihm geweckt. Diese Liebe vermisste Jesus bei dem Pharisäer.   Offensichtlich ließ Simon nicht zu, dass dieses Beispiel von Schuld und Vergebung den Panzer durchbrechen konnte, der sein Herz gegenüber der Gnade abschirmte: den Panzer einer Selbstgerechtigkeit, die ohne jede Gnade auszukommen meint.

Wie reagieren wir nun, wenn Gott die Gedanken und die Gesinnung unserer Herzen durch sein Wort ans Licht bringt? Gestehen wir unsere Erlösungsbedürftigkeit vor uns und vor Gott ein? Lassen wir uns von der Gnade anziehen?

Deswegen sage ich dir: Ihre vielen Sünden sind vergeben, denn sie hat viel geliebt; wem aber wenig vergeben wird, der liebt wenig. Er aber sprach zu ihr: Deine Sünden sind verge­ben.              Lukas 7,47.48

Die deutliche Liebe der Frau zum Herrn war schon ein Beweis dafür, dass ihre vielen Sünden vergeben waren. Doch bei Simon hatte sich überhaupt keine Sündenerkenntnis und kein Ver­langen nach Gnade und Vergebung und daher auch keine Liebe gezeigt. Jesus weist ihn mit sehr gelinden Worten darauf hin. Sie sind ein letzter Appell seiner Güte an das Herz des Pha­risäers. Simon kann daraus für sich selbst die nötigen Schlussfolgerungen ziehen.

Dann wendet sich der Heiland zum ersten Mal direkt an die Sünderin. In Gegenwart Simons und der anderen skeptischen Gäste spricht Er der Frau die Vergebung ihrer Sünden ausdrück­lich zu. Ja, die Frau war schuldig, die ganze Stadt wusste davon. Aber die ganze große Schuld ist ausgetilgt, ist vergeben!

Die übrigen Gäste fragen zweifelnd: "Wer ist dieser, der auch Sünden vergibt' (V. 49)? Nur Gott selbst kann ja Sünden vergeben! ‑Aber der Herr Jesus Christus ist Gott, der Sohn. Daher hat Er auch die Vollmacht, Sünden zu vergeben (vgl. Lukas 5,20‑26; Johannes 5,19‑30; 17,2).

Dann spricht Jesus zu der Frau: "Dein Glaube hat dich errettet; geh hin in Frieden" (Vers 50). Sie war im Glauben zum Herrn gekommen. Jetzt erfährt sie, dass der Glaube sie errettet hat, jetzt empfängt sie Heilsgewissheit. Für ihr dankbares Herz ist die Frage "Wer ist dieser?", längst be­antwortet: Jesus ist der Erretter; Er ist Christus*, der Herr!                         (Vg 1 . Lukas 2,11

 

 

Jesus spricht: Klopft an, und es wird. euchaufgetan werden.       Matthäus 7,7

Ich bin die Tür; wenn jemand durch mich eingeht, so wird er errettet werde              Johannes 10,9

 

Mein Vater erzählte uns gern eine Begebenheit aus seiner Kindheit: Es war an einem Winterabend auf einer Hochebene in den Bergen. Den ganzen Tag über hatte es stark geschneit, und der väterliche Bauernhof war völlig abgeschnitten. Am Abend war ein Wind aufgekommen, der durch Schneeverwehungen alle Spuren ausgelöscht hatte, wodurch jede Fortbewegung draußen gefährlich geworden war.

Gegen Mitternacht klopfte es an der Tür. Es war ein Mann aus dem Nachbardorf, der sich verirrt hatte. Als er erkannte, wo er war, wollte er nicht eintreten, weil er meinte, er würde seine Wohnung in einigen hundert Meter Entfernung leicht wieder erreichen.

Alle gingen zu Bett. Aber gegen 3 Uhr musste mein Großvater wieder aufstehen und demselben Nachbarn noch einmal öffnen. Der war die ganze Zeit in dem Unwetter im Kreis gelaufen, ohne auch nur einen Schritt in der rechten Richtung weiterzukommen. Jetzt ließ er sich überreden, einzutreten und bis zum nächsten Morgen auszuruhen.

Diese kleine wahre Geschichte, die so tragisch hätte enden können, lässt mich an alle denken, die im Lauf ihres Lebens mit der Botschaft des Evangeliums von Christus in Berührung gekommen sind, aber sie nicht beachtet haben. In der Meinung, ihre Rettung durch eigene Mittel erreichen zu können, weisen sie die Gnade zurück, die Gott ihnen umsonst anbietet, und setzen ihren Weg fort auf die Gefahr hin, ewig verloren zu gehen. Hören wir deshalb die Botschaft Gottes: "Durch die Gnade seid ihr errettet, mittels des Glaubens; und das nicht aus euch, Gottes Gabe ist es" (Epheser 2,8).

 

 

Noch eine kleine Zeit ist das Licht unter euch. Wandelt, während ihr das Licht habt, darnit nicht Finsternis euch ergreife! ... Während ihr das Licht habt, glaubt an das Licht.

Johannes 12,35.36

 

Noch eine kleine Zeit

Diese Worte des Herrn Jesus Christus machen nachdenklich. Die Gelegenheit, im Glauben zu Ihm zu kommen, besteht nicht für immer. Damals ging die Zeit seiner persönlichen Anwesenheit auf der Erde ihrem Ende entgegen. Er war "als Licht in die Welt gekommen", damit jeder, der an Ihn glaubt, "nicht in der Finsternis bleibe". Viele hatten Ihn angenommen; aber die große Masse hatte "die Finsternis mehr geliebt als das Licht, denn ihre Werke waren böse" (Johannes 12,46; 3,19). Nun schickte Er sich an, am Kreuz von Golgatha sein Leben zu geben und dann zu Gott, seinem Vater, zurückzukehren. Deshalb seine warnenden Worte.

Auch heute erinnern diese Worte daran, dass die Gelegenheit, an Ihn zu glauben, nicht für immer besteht. Wieder ist ein Jahr unseres Lebens vergangen. Es war noch einmal ein jahr des Heils". Das Evangelium, die gute Botschaft vom Heil in Christus, konnte vielen Menschen gebracht werden. Wie lange noch?   Wie lange noch für Sie, unser Leser, und wie lange überhaupt noch? Denn auch diese Zeit geht zu Ende. Der Herr kommt wieder, um die Seinen zu sich zu nehmen und die Toten, die Ihm gehören, aufzuerwecken. Dann kommt "die Nacht, da niemand wirken kann". Sie ergreift alle, die nicht bereit waren, Christus als Herrn und Heiland zu empfangen.

Gott hat auch in diesem Jahr vielfältig geredet, vor allem durch sein Wort, aber auch durch Ereignisse im Leben des Einzelnen, die wohl zu verstehen sind. Heute ist noch Zeit, vom letzten Tag dieses Gnadenjahres Gebrauch zu machen.

 

 

 

Wenn jemand nicht in mir bleibt, wird er hinausgeworfen wie die Rebe und verdorrt.

Johannes 15,6

 

Einige Farmer begaben sich gemeinsam auf den Weg zum Markt in der nächsten größeren Stadt. Sie stiegen in den letzten Wagen des wartenden Zuges. Bald waren sie in eine Unterhaltung vertieft, bis schließlich einer von ihnen fragte, warum der Zug denn noch nicht abgefahren sei. Als sie aus dem Fenster schauten, sahen sie: keine Lokomotive und keine anderen Wagen mehr. Die waren längst abgefahren. Sie hatten also den Zug und den Markt verpasst. Und warum? Der letzte Wagen, in dem sie saßen, war nicht an den Zug angekuppelt.

Verhält es sich so nicht auch mit Menschen, die sich Christen nennen, aber keine lebendige Beziehung zu Jesus Christus haben? Äußerlich betrachtet befinden sie sich auf dem richtigen Gleis: Sie hören dieselben Predigten, singen dieselben Lieder und mögen den gleichen guten Ruf haben wie wirklich gerettete Menschen. Aber was fehlt? Das Band des lebendigen Glaubens. Die Puffer des zurückgebliebenen Wagens mögen die des nächsten Wagens direkt berührt haben, aber er war nicht angekuppelt. Die Abteile konnten gut ausgestattet und alles in bester Ordnung gewesen sein   nur dass die Fahrgäste das Ziel nicht erreichten. An dieser Stelle sollte jeder sich fragen: Habe ich eine lebendige persönliche Beziehung zu dem Sohn Gottes, oder bin ich nur äußerlich durch ein Bekenntnis mit Ihm verbunden? Bald wird Jesus Christus wiederkommen, um alle, die eine echte Lebensbeziehung zu Ihm haben, zu sich in den Himmel zu nehmen. Nur wer dem Herrn seine Lebensschuld bekannt und Ihn als seinen Erlöser im Glauben angenommen hat, erreicht das Ziel, die Herrlichkeit Gottes. Die anderen  - ob weit entfernt oder ganz nahe wie diese Farmer -  haben das Ziel verfehlt.

 

 

Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte ewigen Lebens; und wir haben geglaubt und erkannt, dass du der Heilige Gottes bist.     Johannes 6,68.69

 

Im Verlauf eines Festessens, das im Jahr 1895 anlässlich der Gründung eines Automobilklubs stattfand, schloss ein prominenter Physiker seine Ansprache mit den Worten: "Ich sehe die Zeit kommen, wo das Automobil eine Durchschnittsgeschwindigkeit von nicht nur 24 Kilometer pro Stunde machen wird, sondern ohne weiteres 50, vielleicht sogar 60." Da wandte sich ein Konstrukteur seinem Tischnachbarn zu und flüsterte: "Warum muss eigentlich bei einem guten Essen am Schluss immer noch ein Schwärmer solche Übertreibungen auftischen?"

Sicher wollen wir niemand dafür tadeln, wenn er sich täuscht in seinen Voraussagen über die Zukunft, die niemand kennen kann. Selbst in der Beurteilung der Gegenwarts Ereignisse täuschen sich ja oft schon die Klügsten.

Aber jeder Mensch braucht Wahrheit. Dabei geht es nicht nur um die Zukunft, sondern auch um die gegenwärtige Wirklichkeit: Wer bin ich, und was ist mein Lebenszweck in einer Weit, in die ich ohne mein Zutun hineingeboren worden bin? Wer kann uns darüber Auskunft geben? Nur Gott selbst, unser Schöpfer, denn Er ist der Gott der Wahrheit, und sein Wort ist Wahrheit (Psalm 31,5; Johannes 17,17).

Jesus Christus, der Sohn Gottes, sagt: "Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, dass ich der Wahrheit Zeugnis gebe."  "Der Himmel und die Erde werden vergehen, meine Worte aber werden nicht vergehen" (Johannes 18,37; Matthäus 24,35). Die Frage ist nur, ob wir auf seine Worte hören, denn "wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, hat ewiges Leben" (Johannes 5,24). Für den ist die Frage nach dem Woher und Wohin für immer beantwortet.

 

 

Wir,haben nichts in die Welt hineingebracht, so ist es offenbar, dass wir auch nichts hinausbringen können.             1. Timotheus 6,7

 

Der Schriftsteller Leo Tolstoi erzählt von einem Knecht, der von seinem Herrn aus der Leibeigenschaft freigelassen wurde. Als Lohn für seine treuen Dienste sollte er so viel Land zu eigen haben, wie er an einem Tag umlaufen könnte.

Beim ersten Sonnenstrahi machte sich der Mann auf den Weg. Er ruhte und rastete nicht und aß im Gehen, um nur ja keine Zeit zu verlieren. Stück um Stück kam zu dem künftigen Besitz. Die Sonne neigte sich dem Westen zu; er beflügelte seine Schritte: Diese Wiese, jenes Waldstück, der Acker dort mussten noch dazukommen! Bei Sonnenuntergang kam er am Ausgangspunkt an; ein Glücksgefühl durchzog die Brust: "Das alles gehört nun mir!" Und dann sank er, vom Herzschlag getroffen, tot zusammen. Tolstoi schließt die Erzählung: Wie wenig Erde braucht doch der Mensch   sechs Fuß tief unter dem Boden!

Die Geschichte erinnert an etwas, was jeder weiß: Das letzte Hemd hat keine Taschen. Doch wie schnell ist das vergessen! Man läuft und arbeitet, schafft und rackert, um sich etwas leisten zu können. Kaum ist das Ersehnte erreicht, geht es auch schon weiter. Man möchte immer mehr und gerät in einen Kreislauf, der nie enden will. Und bei alledem vergisst und verdrängt der Mensch, dass der Zeitpunkt unweigerlich kommt, wo er alles zurücklassen muss. Und dieser Augenblick kann sehr rasch da sein.

Zugegeben: Es ist recht ungemütlich, darüber nachzudenken. Aber es öffnet den Blick für die Realität: dass es nicht nur auf irdischen Besitz ankommt, sondern vor allem darauf, dass man etwas Bleibendes, etwas Ewiges besitzt.   Und das kann nur Gott einern schenken! "Die Gnadengabe Gottes aber ist ewiges Leben in Christus Jesus, unserem Herrn" (Römer 6,23).

 

          

 

Und nach nicht vielen Tagen brachte der jün­gere Sohn alles zusammen und reiste weg in ein fernes Land, und dort vergeudete er sein Vermögen, indem er ausschweifend lebte.

Lukas 15,13

 

Ob den "verlorenen Sohn" in der Geschichte, die Jesus erzählte, die Gefühle des Vaters inter­essierten, als er von zu Hause abreiste? Wir wissen es nicht. Auf jeden Fall nahm der Sohn sein soeben geerbtes Vermögen und reiste weit weg in ein fernes Land. Dort lebte er in Saus und Braus und vergeudete sein Vermögen.

Irgendwann war das Geld verprasst. Und ge­rade jetzt kam auch noch eine Hungersnot. Im­mer weiter ging es bergab mit dem einst so stolzen jungen Mann. Verzweifelt wandte er sich an einen der Bürger dieses fremden Landes. Der schickte ihn zum Schweinehüten. Was für ein Elend! Die Schweine hatten Nahrung, während er hungern musste. Ach, hätte er doch wenigstens etwas von ihrem Futter essen dürfen. Aber selbst davon bekam er nichts.

Wie ist es heute? "Ich will leben. Jetzt und heute. Ohne Abstriche." Die Spaßgesellschaft ist in. Von Moral keine Rede mehr. Aber es gibt einen Gott, und es gibt ein Danach! Auch heute sind in unserer Gesellschaft die Folgen eines solchen Lebens, eines Lebens ohne Gott, leicht zu erkennen. Abhängigkeit von verschiedenen Suchtmitteln, viele zerstörte Ehen und soziales Elend sind Beispiele dafür. Das sollte jeden zum Nachdenken bringen.

Als der verlorene Sohn den Tiefpunkt erreicht hatte, dachte er wieder an seinen Vater. Der junge Mann ahnte nicht, dass sein Vater auf ihn wartete. Und doch war es so.   Auch heute gibt es für jeden Menschen einen Ausweg, selbst aus der hoffnungslosesten Situation. Denn Gott bietet uns Befreiung und Rettung an durch seinen Sohn Jesus Christus und den Glauben an Ihn.

 

Ich will mich, aufmachen und zu meinem Vater gehen und will zu Ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir, ich bin nicht mehr würdig, dein Sohn zu heißen; mache mich wie einen deiner Tage löhner. Lukas 15,18

 

Der "verlorene Sohn" kam zur Besinnung, als er vor den Trümmern seines Lebens stand. Ihm fiel sein Vater wieder ein. Selbst den niederen Tagelöhnern seines Vaters ging es besser als ihm bei den Schweinen. Und wenn er auch glaubte, dem Vater nicht zumuten zu können, dass er wieder als Sohn bei ihm lebte, wollte er doch wenigstens als ein einfacher Tagelöhner dort sein.

Geht es den meisten Menschen heute nicht auch so wie dem verlorenen Sohn? Ständig auf der Suche nach neuen Erlebnissen und Abenteuern, die Zufriedenheit bringen sollen, jagen

sie einem Trugbild nach, das sie nie erreichen. Und tief im Innern fühlen sie einen Mangel, spüren sie, dass ihrem Leben die Erfüllung fehlt  auch wenn viele das nicht zugeben wollen.

Manche kommen aber auch zu der Einsicht, dass es anders werden muss. Dann werden gute Vorsätze gefasst: gesünder essen, mehr Sport treiben, mehr schlafen ... Der eine oder andere nimmt sich auch vor, sich mehr Gedanken über Gott zu machen. Leider bleibt es meistens bei den guten Vorsätzen. Vor allem, wenn es sich um die Beziehung zu Gott handelt.

Der Sohn in dieser Geschichte blieb nicht bei seinem Vorsatz stehen, sondern er machte sich auf und ging. Seine zerrissene Kleidung und der Schmutz seines Lebens konnten ihn nicht abhalten. Wenn er auch sein Erbe verloren hatte, er wollte zurück zu seinem Vater.

Innehalten, sich besinnen, sich dann auch wirklich aufmachen und gehen   das ist es, was Gott von jedem Menschen erwartet. Und Ersteht berei t, jeden aufzunehmen, der so zu Ihm kommt, wenn er auch tief gefallen sein mag.

 

Als er aber noch fern war, sah ihn sein Vater und wurde innerlich bewegt und lief hin und fiel ihm um den Hals und küsste ihn sehr.

Lukas 15,20

 

In den vergangenen Tagen haben wir den Weg des "verlorenen Sohnes" hinab ins Elend gesehen und seine Entscheidung, zu seinem Vater zurückzugehen. Dabei haben wir auch festgestellt, wie der Weg des Menschen ohne Gott ganz allgemein ins Elend führt.

Doch diese Geschichte, die Jesus erzählte, um die Menschen zur Besinnung und Umkehr aufzurufen, wäre nicht vollständig, wenn sie uns nicht auch die Aufnahme des heimkehrenden Sohnes durch den Vater mitteilen würde. Denn wie könnten schuldbeladene Menschen den Mut finden, zu Gott umzukehren und Ihm den Bankrott ihres Lebens einzugestehen, wenn sie nicht die Verheißung Gottes hätten, dasg Er sie gnädig annehmen will?

Deshalb erzählte der Herr weiter: Der Sohn kommt nach Hause. Offensichtlich hat der Vater ihn nicht aufgegeben, sondern immer wieder Ausschau nach ihm gehalten. Und was tut der Vater jetzt? Wartet er erst einmal, bis der Sohn sich entschuldigt hat? Nein, als der Sohn auch nur am Horizont zu sehen ist, eilt ihm der Vater schon entgegen.

So wie der Vater in dieser Geschichte wartet auch Gott darauf, dass der Mensch zu Ihm umkehrt. Und so wie der Vater dem Sohn entgegenlief, kommt auch Gott jedem entgegen, der sich mit seiner Sündenlast aufmacht und zu Ihm kommt. Gott will uns durch Jesus Christus die ganze Schuld vergeben und uns, obwohl wir alles verspielt und verloren haben, an seinem Rechtum teilhaben lassen.

Und von jedem, der zu Ihm umkehrt, sagt Gott dann gleichsam: "Dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden, war verloren und ist gefunden worden" (Lukas 15,24).

 

 

 

 

                                                       


   

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