Aber wehe euch Reichen, denn ihr habt euren Trost bereits empfangen. Wehe euch, die ihr jetzt satt seid, denn ihr werdet hungern. Wehe euch, die ihr jetzt lacht, denn ihr werdet trauern und weinen. Wehe, wenn alle Menschen gut von euch reden; denn genauso taten ihre Väter den fal­schen Propheten.     Lukas 6,24‑26

 

6,24»Aber« auf der anderen Seite haben wir die vier Weherufe über diejenigen, die in der neuen Gesellschaft Christi am wenigsten geschätzt werden. Tragischerweise sind es genau die, die in unserer heutigen Welt etwas gelten! »Wehe euch Reichen!« Mit dem Aufhäufen von Reichtümern sind ernsthafte sittliche Probleme in einer Welt verbunden, in der täglich viele Tausend Menschen an Hunger sterben und in der so viele Menschen die Gute Nachricht von der Errettung durch Glauben an Jesus Christus nicht hören können. Diese Worte des Herrn Jesus sollten sorgfältig von allen Christen bedacht werden, die versucht sind, sich Schätze auf der Erde zu sammeln, die für schlechte Tage Geld horten und zusammenkratzen. Wer das tut, lebt für die verkehrte Welt. Übrigens ist dieses Wehe nur eine Konsequenz aus Jesu Wort »Glückselig ihr Armen« in Vers 20, wo er nicht die Armen im Geiste meint. Andernfalls müßte Vers 24 bedeuten: »Wehe euch, ihr Reichen im Geiste.« Eine solche Bedeutung kommt jedoch nicht in Frage. Diejenigen, die Reichtümer besitzen und sie nicht für das ewige Wohlergehen der Menschen einsetzen, haben den einzigen Lohn schon erhalten, den sie je bekommen werden - die selbstsüchtige Erfüllung ihrer Begierden.

6,25 »Wehe euch, die ihr voll seid.« Das sind die Gläubigen, die in teuren Restaurants essen gehen, die von feinsten Delikatessen leben, die nicht sparen, wenn es um ihren Speisezettel geht. Ihr Motto lautet: »Für die Kinder Gottes ist nichts zu gut.« Der Herr sagt, daß sie in Zukunft »hungern« werden, daß heißt, wenn den treuen, aufopferungsbereiten Jüngern ihr Lohn ausgeteilt wird.

»Wehe euch, die ihr jetzt lacht.« Dieses Wehe richtet sich gegen die, die ständig ihren Vergnügungen, der Unterhaltung und dem Wohlleben nachstreben. Sie handeln, als ob das Leben zum Spaß und zur Ausgelassenheit da wäre, und werden nicht vom verzweifelten Zustand der Menschheit ohne Christus berührt. Wer »jetzt lacht«, wird »trauern und weinen«, wenn er auf verpaßte Gelegenheiten, selbstsüchtige Bequemlichkeit und seine eigene geistliche Verarmung zurückblicken wird.

6,26 »Wehe, wenn alle Menschen wohl von euch reden.« Warum? Weil es ein sicheres Anzeichen dafür ist, daß wir nicht das rechte Leben führen noch die Botschaft treu verkündigen. Es liegt in der Natur des Evangeliums begründet, daß es die Gottlosen ärgert. Wer ihren Beifall erntet, gehört in die Gemeinschaft der »falschen Propheten« des AT, die den Menschen Ohrenkitzel boten, indem sie ihnen nach dem Mund redeten. Sie waren mehr am Ansehen bei Menschen als an der Anerkennung Gottes interessiert.

 

 

 

                      

 

      

Dies will ich tun‑ Ich will meine Scheunen niederreißen und größere bauen und will dahin all meinen Weizen und meine Güter einsammeln; und ich will zu meiner Seele sagen: Seele, du hast viele Güter daliegen auf viele Jahre; ruhe aus, iss, trink, sei fröhlich.   Lukas 12,18.19

Hier geht es um ein Gleichnis, durch das der Herr Jesus Christus sehr treffend klar macht, wie töricht es ist, wenn man auf irdischen Besitz vertraut und dabei die Ewigkeit aus dem Auge verliert. Da war ein Bauer, der nicht mehr wusste, wohin mit seinen reichen Erträgen. Den errungenen Erfolg sichern und dann möglichst lange von der Frucht der Arbeit leben ‑ wer will das nicht? Das war in wirtschaftlicher Hinsicht sehr vernünftig. Solange alles gut geht, ein durchaus lohnendes Ziel.

Dabei bleiben zwar ein paar Fragen offen, aber die übergeht man meist gern: War der Erfolg eigentlich nur das Ergebnis der eigenen Arbeit oder etwa auch der Verhältnisse, die ihn überhaupt ermöglicht haben? Was wäre geworden, wenn Krieg und wirtschaftliche Not, Missernte oder Krankheit dazwischengekommen wären? Steht über allem nicht doch noch irgendein Geschick, das wir nicht beeinflussen können   etwa der große, allmächtige Gott, dem wir nichts abtrotzen können? Doch wie gesagt, solche Fragen übergehen wir Menschen gern und tun so, als ob wir niemand Dank schuldig wären.

Und dann kommt die entscheidende Frage: Wie weit kann unsere Vorsorge eigentlich reichen? Kann alles Wirken und aller Erfolg der Vergangenheit wirklich die Zukunft zuverlässig sichern?

Gott aber sprach zu ihm: Du Tor! In dieser Nacht fordert man deine Seele von dir; was du aber bereitet hast, für wen wird es sein?

Lukas 12,20

Das ist das Urteil Gottes über den, der glaubt, Besitztümer und Erfolge könnten eine Garantie für die Zukunft sein: "Du Tor!" ‑ Gott, der das Leben gab und es aufrechterhält, bestimmt auch, wann es wieder von uns genommen wird. Man kann sich ein Leben lang nicht um Ihn kümmern und so tun, als ob es Ihn gar nicht gäbe. Aber das ist Torheit, denn ohne Ihn geht am Ende die Rechnung nicht auf.

Gott kann alles segnen, auch die materiellen Güter, die wir ja letztlich nur Ihm verdanken. Aber dazu muss man sein Leben in Obereinstimmung bringen mit Ihm, und zwar durch den Glauben an Jesus Christus, seinen Sohn. Wer durch Ihn ein Kind Gottes. geworden ist, dessen Leben geht nicht mehr der bösen Überraschung entgegen, vor der unser Gleichnis warnt. Er weiß sein Leben in Gottes Hand und plant alles nach dem Grundsatz: "Wenn der Herr will und wir leben, so werden wir auch dieses oder jenes tun" (Jakobus 4,15). Und das letzte Wort über sein Leben und Wirken, wenn er diese Erde verlässt, lautet nicht "Für wen wird es sein?", sondern "Geh ein in die Freude deines Herrn".

 

Der abschließende Kommentar des Herrn zu diesem Gleichnis lautet: "So ist der, der für sich selbst Schätze sammelt und nicht reich ist in Bezug auf Gott." Alle Anstrengung kann nichts nützen, wenn die Richtung nicht stimmt. Und die stimmt nur dann, wenn das Leben ein Ziel hat, das außerhalb alles Sichtbaren und Vergänglichen liegt: die Herrlichkeit Gottes, die niemand ohne den Glauben an Jesus Christus erreichen kann.

 

 


 

 

 



   

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