Schon zur Zeit des Alten Testamentes hatten die Juden eine Vorstellung von mehreren Himmelsräumen (schamajim ist Mehrzahl).

 Im Neuen Testament tauchen nicht nur in den Aussagen Jesu' (aufgeschrieben von Matthäus) die Mehrzahl der Himmel auf, sondern auch Paulus weiß von mehreren Himmeln zu berichten.

So spricht Paulus von einem dritten Himmel (2. Korinther 12, 2-4):

2 Ich weiß einen Menschen in Christus, der vor vierzehn Jahren - ob im Leibe, ich weiß es nicht, ob außer dem Leibe, ich weiß es nicht, Gott weiß es - entrückt wurde bis in den dritten Himmel. 3 Und ich weiß, dass dieser Mensch - ob mit dem Leibe oder außer dem Leibe, ich weiß es nicht, Gott weiß es - 4 in das Paradies entrückt wurde und unsagbare Worte hörte, die ein Mensch nicht aussprechen darf.

 Der Hebräerbrief verbindet mit der Erhöhung Christi zur Rechten der Majestät (Hebräer 8, 1) die andere Aussage, dass er als Hohepriester die Himmel durchschritten hat (Hebräer 4, 14) bis in den eigentlichen Himmel, wo er vor Gottes Angesicht für uns erscheint (Hebräer 9, 24).

 Wenn man diese Bibelstellen zusammenfügt – unter dem Hinweis, dass es drei Himmel gibt, dann kann man folgenden Schluss daraus ziehen:

 

Wir kennen:

 1. den Himmel über uns Menschen.

Jeden Tag können wir ihn über uns sehen, mit und ohne Wolken, mit leuchtender Sonne oder zu- bzw. abnehmendem Mond, viele Sterne des Nachts bei klarem Himmel...

Es ist ein schöner Himmel, der uns veranlasst zu träumen, zu dichten, die Größe Gottes zu bewundern.

Dieser Himmel erstreckt sich über das gesamte (uns bekannte wie unbekannte) Universum.

Es ist der für uns Menschen sichtbare (oder noch nicht sichtbare) Himmel.

 

 2. den Himmel, der Satan sowie den mit ihm gefallenen Engeln als Zwischenaufenthalt dient; wobei sie jedoch Zugang zu unserer Welt haben (und früher auch in den dritten Himmel zu Gott).

 Da Gott Satan aus dem Himmel (in dem Gott wohnt) warf, musste der ja irgendwo bleiben (Lukas 10, 18-20):

18 Er (Jesus) entgegnete ihnen: Ich sah den Satan wie einen Blitz vom Himmel fallen.

19 Seht, ich habe euch Macht gegeben, auf Schlangen und Skorpione zu treten sowie über jede feindliche Gewalt, und nichts wird euch schaden. 20 Doch freut euch nicht darüber, dass die Geister euch untertan sind; sondern freut euch, dass eure Namen aufgezeichnet sind in den Himmeln.(In der Offenbarung steht, dass Satan (und Konsorten) in dem Moment auf die Erde geschleudert wurden.)

Da Satan und die anderen mit ihm gefallenen Engel hier auf der Erde noch immer übernatürliche Zeichen und Wunder tun können, liegt es nahe, anzunehmen, dass diese Engel demzufolge auch noch immer Zugang zur übernatürlichen Welt haben.

Da sie bei Gott (im 3. Himmel) nicht mehr sein können, muss man von einem zweiten Himmel im übernatürlichen Bereich ausgehen, in den sich die gefallenen Engel immer wieder zurückziehen können (vielleicht um sich neu mit übernatürlicher Kraft zu speisen, um sich zu schützen vor den Gebetsangriffen der Menschen... etc.).

Ihr Aufenthaltsort, wenn sie nicht gerade hier auf der Erde ihr Unwesen treiben oder Menschen besetzen, wird in einem zweiten Himmel – als Zwischenstation – sein (obwohl die Bibel nichts Konkretes über den 2. Himmel offenbart).

Da Satan bis zur sichtbaren Wiederkunft Jesu' die Herrschaft über die Erde erringen konnte, kann er sich (in seiner Eigenschaft als Engel) hier frei bewegen und Zeichen und Wunder tun, die die übernatürliche Welt her gibt. Dafür benötigt er einen Platz in der übernatürlichen Welt – dem zweiten Himmel.

(Anmerkung: Satan hat jedoch keine Macht über Christen auf der Erde, da diese zu Gott und seinem Herrschaftsbereich gehören).

 

3.) den dritten Himmel, den Wohnort Gottes.

 Die Wohnung Gottes ist zugleich die ewige Heimat Christi.

Er ist aus dem Himmel herabgekommen (Johannes 3, 13 +31) und nach der Auferstehung dorthin zurückgekehrt (Markus 16, 19; Lukas 24, 51; Apostelgeschichte 1, 9...). Jesus sitzt nun zur Rechten Gottes (Markus 16, 19; Hebräer 1, 3) und wird von dort einst wiederkommen (Matthäus 24, 30; Apostelgeschichte 1, 11; 1. Thessalonicher 4, 16; Offenbarung 1, 7).

 Im 3. Himmel ist auch der Aufenthaltsort der (nicht mit Satan gefallenen) Engel (Matthäus 18, 10; Lukas 15, 10 u.a.).

Schließlich wird der 3. Himmel einmal die Wohnung der erretteten Christen sein (Johannes 14, 2-4; 17,24; 1. Thessalonicher 4, 17; Offenbarung 7, 9-17), deren Namen in den Himmeln aufgeschrieben sind (Lukas 10, 20; Hebräer 12, 23). Diese Stätte, an der ihr Bürgerrecht (Philipper 3, 20), ihr Schatz (Mathäus 6, 20), ihr Lohn (Matthäus 5, 12) und ihr Erbe ist (1. Petrus 1, 4), versteht die Bibel als einen Ort der Herrlichkeit (Hebräer 2, 10), in dem alles in einer für das menschliche Denken nicht fassbaren Vollendung und Schönheit sein wird (2. Korinther 12, 4; Offenbarung 21, 1 - 22, 5). Das Leben (1. Timotheus 4, 8), der Dienst vor Gott (Offenbarung 22, 3), die Anbetung Gottes (Offenbarung 5, 9-14; 11, 15-18; 12, 10... u.a.) und die Herrlichkeit (2. Korinther 4, 17) werden dort niemals enden.

Wir leben dort, bis wir mit Jesus zur Erde zurückkehren bzw. bis Gott uns einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen wird (Offenbarung).

Ich persönlich freue mich schon sehr auf diesen dritten Himmel, in dem ich für immer mit Gott zusammen sein kann und wo ich, wie ich glaube, sein werde, sobald ich meine irdische Hülle hier verlasse und mein ewiges Leben antrete.

 

 

 

 


   

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