Wer den Sohn hat, hat das Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat, hat das Leben nicht. 

                1. Johannes 5,12

 

Vor dem Gebäudekomplex eines großen Altenheims werden gerade Vorbereitungen für Filmaufnahmen getroffen. Der verantwortliche Mann erklärt mir, dass hier eine Szene für einen neunzigminütigen Fernsehfilm "Die zweite Chance" gedreht wird.

 

"Darf ich Ihnen diese Schrift zum Lesen schenken?" Ich überreiche ihm ein Faltblatt mit der Aufschrift "Kennen Sie Jesus Christus?". "Hier geht es auch um eine Chance", füge ich hinzu. Jesus Christus ist die einzige Chance für verlorene Menschen, gerettet zu werden vor der Hölle, für den Himmel." Der Mann schaut mich verständnislos an. Aber er nimmt das Blatt. Auch seine Mitarbeiter nehmen etwas zum Lesen.

Ja, es gibt keine andere Chance, zu Gott zu kommen, als nur durch Christus, der von sich selbst sagen konnte: "ich bin der Weg."

 

Dieses Angebot muss in diesem Leben angenommen werden. Und Gott gibt jedem Menschen genügend Zeit. Er wartet, redet zu uns durch die Bibel und seine Boten, durch Krankheit oder ernste, oft erschütternde Erlebnisse. "Siehe, das alles tut Gott zwei , dreimal mit dem Mann, um seine Seele abzuwenden von der Grube, dass sie erleuchtet werde vom Licht der Lebendigen" (Hiob 33,29.30).

 

Aber wer diese Chancen verpasst, hat danach keine mehr. Der Mensch stirbt  bekanntlich nur einmal, und drüben auf der anderen Seite kommt nur noch das Gericht Gottes   kein zweites Leben, keine"zweite Chance", die Sache mit Gott noch in Ordnung zu bringen (Hebräer 9,27). Aber "wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat", sagt Jesus Christus, "hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht" (Johannes 5,24). Noch steht die Gnadentür jedem offen; mit dem Tod ist sie zugefallen   für immer.

 

 

                  

 

Nach einigen Tagen aber kam Felix herbei .... und er ließ Paulus holen und hörte ihn über den Glauben an Christus. Als er aber über Gerechtigkeit und Enthaltsamkeit und das kommende Gericht redete, wurde Felix von Furcht erfüllt und antwortete: Für jetzt geh hin; wenn ich aber gelegene Zeit habe, werde ich dich rufen lassen.              Apostelgesch. 24,24.25

 

In diesen Versen berichtet die Bibel über einen Mann, der sich über den christlichen Glauben informieren ließ, aber eine echte Entscheidung auf unbestimmte Zeit verschob. Nichts deutet darauf hin, dass die gelegene Zeit, von der er sprach, je gekommen ist. Welche Zeit uns "gelegen" erscheint, hängt nämlich davon ab, welche Dringlichkeit wir einer Sache einräumen. Das Sprichwort sagt zwar: "Aufgeschoben ist nicht aufgehoben", doch das haben wir oft gar nicht in der Hand. Der römische Statthalter Felix ist dafür leider nicht das einzige Beispiel geblieben.

 

Da ging nach einer Predigt des Evangeliums ein gläubiger Freund auf einen jungen Mann zu, den er kannte, Um mit ihm über das Heil seiner Seele zu sprechen. Der junge Mann war sich bewusst, dass er noch nicht errettet war, aber er gab vor, den Weg des Heils zu kennen. Eines Tages wollte er diesen Weg auch gehen, aber "nicht heute Abend".   Am nächsten Tag ging es wie ein Lauffeuer durch die Stadt, dass ein junger Mann von einem Zug überfahren worden war. Es war der, der am Abend vorher gesagt hatte: "Nicht heute Abend."

 

"Siehe, jetzt ist die wohlangenehme Zeit, siehe, jetzt ist der Tag des Heils" (2. Korinther 6,2). "Jetzt" ist nicht immer. Wer die Appelle der Gnade missachtet, wird einmal erleben, was die göttliche Weisheit sagt: "Dann werden sie zu mir rufen, und ich werde nicht antworten; sie werden mich eifrig suchen und mich nicht finden, weil sie Erkenntnis gehasst und die Furcht des HERRN nicht erwählt haben" (Sprüche 1,28.29).

 

 

Wehe euch .... ihr Heuchler! Denn ihr gleicht übertünchten Gräbern, die, von außen zwar schön scheinen, innen aber voll von Totengebeinen und aller Unreinigkeit sind.   Matthäus 23,27

 

Ein Furnier ist ein dünnes Deckblatt aus wertvollem Holz, das auf Holz von geringerer Qualität aufgeleimt wird. Möbelstücke aus furnierten Brettern erwecken dann den Eindruck, als seien sie ganz und gar aus edlen Hölzern gefertigt.

 

Auch in der Christenheit begegnet man solchen fromm "furnierten" Menschen. Äußerlich unterscheiden sie sich kaum von echten, wahren Christen. Ihr Lebenswandel ist korrekt, sie gehen auch zum Gottesdienst und sind hilfsbereit, mildtätig und liebenswürdig. Sie tragen ein christliches Gewand, das mit Werken der Nächstenliebe geschmückt ist. Und doch ist ihr Christentum unecht, wenn sie keine Wiedergeburt erlebt und das neue Leben aus Gott nicht

empfangen haben.

 

Wer versucht, furnierte Bretter zu behobeln, wird erleben, dass nach einigen Hobelzügen das unedle Holz zum Vorschein kommt. Und wer versucht, mit einem "furnierten" Christen über Sünde, Buße und Bekehrung zu reden, wird schnell, auf beleidigten Widerspruch stoßen gerade das beweist dann, dass kein echter Glaube vorhanden ist.

 

Wie viele Menschen mag es geben, die nur eine fromme christliche Maske tragen? Sie haben wohl eine "Form der Gottseligkeit", aber kennen deren "Kraft" nicht (2. Timotheus 3,5).

 

Der Herr Jesus Christus warnt: "Wenn jemand nicht von neuem geboren wird, so kann er das Reich Gottes nicht sehen" (Johannes 3,3). Doch wer eingesteht, dass er die Vergebung seiner Sünden braucht, und das Sühnungswerk Christi im Glauben für sich in Anspruch nimmt, empfängt neues Leben, das ewige Leben.

 

                                   

 

                         

 

Wenn jemand Christi Geist nicht hat, der ist nicht sein.    Römer 8,9

 

Die Frau eines angesehenen, stadtbekannten Mannes hatte den Prediger Joh. G. Seeger gehört. Zu Hause erzählte sie ihrem Mann in großer innerer Bewegung, was für eine eindrucksvolle Predigt sie gehört hatte. Sie kam zu dem Ergebnis: "Wenn Seeger recht hat, dann sind wir beide ewig verloren." Der Mann sagte darauf: "Den will ich sehen, der mir meine Seligkeit absprechen will." Seine Frau antwortete: "Wenn du Seeger gehört hättest, dann würdest du ganz anders von dir denken lernen." ‑"Nun, ich kann ihn ja mal hören", entgegnete er, "ich werde ihn demnächst zum Essen einladen."

Die Einladung erfolgte bald, und Seeger kam. Der Hausherr hatte Sorge dafür getragen, dass in Seegers Gegenwart alles still, ordentlich und "christlich" zuging. Nach der Mahlzeit fragte er: "Herr Pfarrer, jetzt haben Sie gesehen, wie es in meinem Hause steht. Sagen Sie mir bitte, wie ich dran bin: Kann ich auf solche Weise in den Himmel kommen?" Seeger antwortete: "Mein lieber Herr ..., Kohlen sind schon da, aber das Feuer fehlt noch." Mit diesen Worten verabschiedete er sich.

Unbestreitbar gibt es viele Menschen, die einen rechtschaffenen Lebenswandel führen. Bei ihnen ist deutlich zu erkennen, dass "Kohlen" da sind, und doch fehlt leider oft das "Feuer".

 

Den Geist Christi empfängt jeder, der sich vor Gott als verloren erkennt, der aufrichtig Buße tut und an den Sohn Gottes und sein Sühnungswerk glaubt. Nur so können die "Kohlen" für Gott entzündet werden.

 

"Wenn jemand nicht von neuem geboren wird, so kann er das Reich Gottes nicht sehen. Johannes 3,3

 

                                 

 

Wenn jemand ein Hörer des Wortes ist und nicht ein Täter, der gleicht einem Mann, der sein natürliches Angesicht in einem Spiegel betrachtet. Denn er hat sich selbst betrachtet und ist weggegangen, und er hat sogleich vergessen, wie er beschaffen war.

 Jakobus 1,23.24

 

Man sagt, dass auf dem Frontgiebel des Apollo-Tempels in Delphi einst die Worte eingemeißelt waren: "Erkenne dich selbst!" Wer in den Tempel eintrat, sollte bereit sein, durch das Delphische Orakel die Wahrheit über sich selbst zu hören, so hart sie auch sein mochte. Entsprechend wenige wagten sich denn auch dorthin.

 

Tatsächlich sind wir im Allgemeinen wenig geneigt, uns so zu sehen, wie wir sind; wir haben es nicht gern, wenn man uns die Augen über unsere Fehler öffnet. Deshalb bleiben so viele absichtlich unwissend über das Wort Gottes. Sie fürchten sich nämlich, sich in diesem "Spiegel" zu betrachten. Die Bibel ist aber   im Gegensatz ,zum Delphischen Orakel   "die Wahrheit" und sagt uns, wie Gott uns sieht.

 

Die meisten Leute machen sich nur Gedanken darüber, wie die Menschen sie einschätzen. Dafür lassen sie sogar Tests über sich ergehen und fragen Psychologen um Rat. Und wenn sie sich mit anderen vergleichen, finden sie immer irgendwelche Gründe, mit sich selbst zufrieden zu sein. Aber wir sollten doch besser darauf hören, was Der über uns sagt, der uns kennt wie sonst keiner: "Von der Fußsohle bis zum Haupt ist nichts Gesundes an ihm" (Jesaja 1,6). Das ist der Befund Gottes. Wirklich nichts Angenehmes! Dennoch ist diese Selbsterkenntnis im Licht der Heiligen Schrift der erste Schritt auf dem Weg zum Heil. Der zweite ist dann die Buße, und der dritte besteht darin, dass man im Glauben den vollkommenen Erretter annimmt, den Gott uns gegeben hat: Jesus Christus.

 

 

                               

 

Rufe mich an am Tag der Bedrängnis: Ich will dich erretten, und du wirst mich verherrli­chen!    Psalm 50,15

 

Bedrängnis, Errettung und Dankbarkeit

 

Diese drei Themen gehören eng zusammen. Das lehrt die Stelle der Heiligen Schrift aus Psalm 50. Der Jag der Bedrängnis" bedeutet nicht nur äußere Gefahr; er umfasst auch die Not des Menschen, der unter dem Bewusstsein erschrickt, dass er seine Sache mit Gott nicht in Ordnung hat. Aus dieser Not heraus darf er zu Gott rufen. Er wird erfahren, dass Gott "nicht fern ist von einem jeden von uns" (Apostelgesch. 17,27), sondern dem Aufrichtigen zu Hilfe kommt. ‑ Aber dann darf auch der Dank nicht fehlen!

 

Vor Jahren erzählte mir ein Amerikaner, bei dem ich wohnte, seine Lebensgeschichte. Er war im zweiten Weltkrieg als Jagdpilot eingesetzt. Bei einem Luftkampf über Österreich wurde seine Maschine in Brand geschossen.

 

"Als ich den Brand bemerkte, überfiel mich eine namenlose Angst“, erzählte er. "Jeden Augenblick konnte ich abstürzen, und ich wusste, dass ich so, wie ich war, nicht vor Gott bestehen konnte. In meiner Not rief ich zu Gott um Hilfe und gelobte, dass ich Ihm dienen wollte, wenn ich lebend davonkäme. Gott erhörte meinen Hilferuf. Es glückte mir der Absprung mit dem Fallschirm. Ich geriet in Gefangenschaft und kehrte nach Kriegsende nach Hause zurück. Aber mein Gelöbnis vergaß ich völlig und lebte weiter wie früher. Da erhielt ich eines Tages eine Einladung zu einem Evangeliums Abend, wo mir meine ganze Undankbarkeit in Erinnerung kam. Das erst wurde der Anlass zu meiner Bekehrung."

 

Dieser Mann war nun ein glücklicher Christ geworden. Aber wie viele mögen wohl in ähnlichen Lagen ein Gelöbnis getan und es bis heute noch nicht erfüllt haben!

 

 

                                  

 

Als der Pharao sah, dass Erleichterung ge­worden war, da verstockte er sein Herz, und er hörte nicht auf sie. 2. Mose 8,11

 

Und der HERR verhärtete das Herz des Pharao, und er hörte nicht auf sie, so wie der HERR ZU Mose geredet hatte. 2 Mose 9,12

 

Als einst, in den Tagen Moses, Gottes Zeit gekommen war, führte er die Israeliten nach jahrhundertelanger Knechtschaft aus Ägypten heraus. Doch der König von Ägypten widersetzte sich mit aller Macht. Er wollte die Arbeitskraft dieser Sklaven nicht verlieren. Deshalb ließ Gott zehn Plagen von zunehmender Heftigkeit über Ägypten kommen. Jedes Mal, wenn der Pharao keinen Rat mehr wusste, gab er nach und versprach, die Israeliten ziehen zu lassen. Aber sobald die Plage vorüber war, zog er sein Versprechen zurück oder schwächte es ab. Doch dann geschah das Unerwartete: Jetzt verstockte Gott das Herz des Pharao. Der König von Ägypten hatte nun keine Wahl mehr. Gott hatte gleichsam die Tür zugeschlagen.

 

So weit kann es kommen mit einem Menschen. "Ein Mann, der, oft zurechtgewiesen, den Nacken verhärtet, wird plötzlich zerschmettert werden ohne Heilung" (Sprüche 29,1). Doch so etwas geschieht nicht, ohne dass Gott in seiner Langmut reichlich Gelegenheit zur Umkehr gegeben hat. "Habe ich etwa Gefallen am Tod des Gottlosen?, spricht der Herr, HERR, nicht vielmehr daran, dass er von seinen Wegen umkehrt und lebt?" (Hesekiel 18,23).

 

Der Pharao hat die Zeit, die Gott ihm gewährte, verstreichen lassen. Mit seiner ganzen Armee fand er im Roten Meer das Ende.

 

In Krankheit und Todesgefahr hat schon mancher Gott gelobt, sein Leben Ihm zu weihen, wenn Er helfen würde. Aber wenn die Not vorüber war, haben nur wenige ihr Gelübde gehalten. Wie mahnt uns das Beispiel des Pharao, es mit unseren Worten vor Gott ernst zu nehmen!

                          

Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich. Johannes 14,6

 

Wenn jemand anders lehrt und nicht beitritt den gesunden Worten, die unseres Herrn Je­sus Christus sind, und der Lehre, die nach der Gottseligkeit ist, so ist er aufgeblasen und weiß nichts.           1. Timotheus 6,3.4

 

Einer jungen Frau, biete ich in der U‑Bahn eine christliche Schrift an. Mit großer Freundlichkeit bedankt sie sich für das Blatt. Das ermuntert mich zu der Frage: "Sind Sie gläubig?" ‑"0 ja", kommt es fröhlich von ihren Lippen. ‑"Das sieht man Ihnen an. Zu welcher Gemeinde gehen Sie?" ‑ "Zu gar keiner." ‑ "Dann lesen Sie für sich selbst viel in der Bibel?" ‑ "Nein, in der Bibel lese ich überhaupt nicht." Verunsichert frage ich noch: "Glauben Sie an den Herrn Jesus Christus?"   "Nein, den brauch ich nicht, ich mache mir meinen Glauben selbst." Ich bin sprachlos, so etwas war mir noch nicht begegnet. Die Frau steigt aus.

 

Eine andere Frau nimmt ihren Platz ein. Sie sieht eher traurig aus. Auch sie spreche ich an. Ja, sie lese jeden Tag in der Bibel in kroatischer Sprache. Sie glaubt an den Herrn Jesus Christus. Das gibt ihr Kraft in ihren oft schweren Lebensumständen.

 

Was für ein Gegensatz! Die eine macht sich ihren Glauben selbst und erliegt einem furchtbaren Selbstbetrug mit katastrophalen Folgen. Ihr Weg wird, wenn sie darauf bleibt, im Strafgericht Gottes enden. Die andere glaubt an Den, der sie davor bewahren wird. Ja noch mehr, sie ist auf dem Weg, dessen Ende die Herrlichkeit des Himmels sein wird. Jesus Christus ist der Weg, der einzige Weg, es gibt sonst keinen. Ein Glaube, der uns sicher in die Ewigkeit trägt, kann nicht selbst gemacht sein. Er kann nur von Gott kommen.

                           

 


   

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