Lebensveränderung?        

Ja, mein Leben hat sich in der Tat total verändert, dabei wollte ich mein Leben überhaupt nicht ändern. Ich war glücklich. Ich hatte einen lieben Mann, 3 Kinder mit denen ich gut zurechtkam, machte nebenbei einen Fernkurs der kath. Kirche in Theologie um später vielleicht mal in der Kirche zu arbeiten. Ich war in einem Bibelkreis und in einer Katechumenatsgruppe. Dies erfüllte mich und war mein Lebensinhalt. Ich glaubte an Jesus Christus - was wollte ich mehr?

In einer schriftlichen Hausarbeit habe ich über Jesu Botschaft vom Reich Gottes geschrieben, jetzt schon in dieser Welt. In meinem Schlusskapitel habe ich die Frage nach dem Reich Gottes aufgeworfen, wo es wohl zu finden sei. Ich konnte das Reich Gottes in dieser Welt nicht sehen, obwohl ich wusste, dass es da sein musste. Als unser Bibelkreis entstand, haben wir einen Aufbruch erlebt und ich habe gedacht: das ist es, ich habe das Reich Gottes gefunden. Irgendwann kam die Ernüchterung, oder besser Befürchtung, dass das alles doch Utopie ist. Wir haben den Anforderungen nicht standhalten können. Weiterhin war ich der festen Überzeugung, dass wir zwar geistliche Hilfe bekommen, dass aber Jesus nicht tatsächlich in mein Leben eingreift. Und er hat es auch nicht getan. Bis dahin. Ich hatte ihm die Vollmacht dafür noch nicht gegeben.

In dieser Zeit hat mich eine Sünde schwer belastet. Ich hatte vor Jahren steuerlich etwas falsch abgesetzt. Dies hat mich zum Sklaven der Sünde gemacht. Schließlich musste ich dieselbe Sache jedes Jahr wieder falsch absetzen, da es das Finanzamt ja sonst merken würde. So hatte ich über Jahre hinweg ein schlechtes Gewissen und Angst, dass die ganze Sache auffliegt.

Durch eine Freundin besuchte ich ein Seminar, in dem ich mein Leben Jesus in die Hände gab, mit der Bereitschaft nach seinem Willen zu leben und mein Leben in Ordnung zu bringen. Dann wurden mir die Hände aufgelegt, mit der Bitte um den Heiligen Geist. Von diesem Tag an, war nichts mehr so wie vorher!! Der Herr schenkte mir die Taufe im Heiligen Geist. Ich habe bis zu diesem Zeitpunkt nicht gewusst, dass man das so konkret erleben kann, geschweige denn, was das bedeutet. In meinem Herzen war ein Feuer entfacht.

Der Heilige Geist öffnete meine Augen für die Heilige Schrift und ich las sie jetzt mit völlig anderen Augen. Ich begann die Bibel zu verschlingen. Nach und nach eröffnete er mir die unsichtbare Welt. Ich verstand jetzt Zusammenhänge und erlebte, wie durch die Kraft Jesu Menschen von Bindungen und Abhängigkeiten befreit wurden. Ich begann in einer völlig neuen Welt zu leben. Mein Glaube wurde lebendiger und realer, als ich das jemals für möglich hielt.

Und ich lernte, mich auf Jesus in meinem Leben zu verlassen und dass auf ihn wirklich Verlass ist. Ich erlebte und erlebe, dass Jesus in mein Leben eingreift und mir zur Seite steht. Ich als nüchterner Kopfmensch konnte das nicht fassen. Aber meine Erlebnisse wurden so zahlreich, dass sie über Zufälle hinausgingen. Mein Erleben belehrte mein en Verstand.

Noch etwas änderte sich: ich habe ein Drängen in mir, den Willen meines Vaters zu tun. Mein Glaube wirkt sich jetzt aus. Ich fing an, mein Leben in Ordnung zu bringen und der Heilige Geist zeigte mir Dinge in meinem Leben, für die ich bis dahin blind war.

So habe ich auch die Sache mit dem Finanzamt geregelt - wider alle Stimmen die mir sagten, dass dies der größte Fehler meines Lebens sei. Ich weiß, dass ich dies nur durch Jesu Hilfe geschafft habe. Und was schier unglaublich scheint: wir bekamen vom Finanzamt sogar noch Geld zurück!!

 

Am Wichtigsten für mich war, als ich begann, das zu leben was ich glaube, auch das zu tun was ich erkenne.

 

Da ich die Bibel jetzt mit gläubigen Augen betrachtete (da ich erlebte was ich las), wurde mir klar, dass die Taufe der Bibel eine Glaubenstaufe ist und dass ich den neuen Bund selbst einzugehen hatte.

Dies wurde zur schwersten Entscheidung meines Lebens. Ich liebte die katholische Kirche und fand es geradezu paradox, dass ich als Katholik zwar sündigen, mich aber nicht taufen lassen durfte. So folgte ich (schweren Herzens) meiner Erkenntnis und ließ mich von einem Pfingstpastor in einem See taufen (im kleinen Kreis, musste ja nicht jeder wissen!). An diesem Abend sprach der Herr zu mir durch Jesaja 8,11: Denn so sprach der Herr, als seine Hand mich packte und er mich davon abhielt, auf dem Weg dieses Volkes zu gehen. Nennt nicht alles Verschwörung, was dieses Volk Verschwörung nennt. Was es fürchtet, sollt ihr nicht fürchten;..."

Von da an spürte ich, dass der Herr mich einen anderen Weg führt. Einen Weg, den ich eigentlich nie gehen wollte. Und es ist der aufregendste, spannendste und schönste Weg des Lebens.

 

Und mein Mann und meine Kinder gehen diesen Weg mit!

 

Siehe ich wirke Neues! Jetzt sprosst es auf. Erkennt ihr es nicht? Ja, ich lege durch die Wüste einen Weg, Ströme durch die Einöde." Jes 43,19

 

Christine S., Pfaffenhofen

 

 

               

Ich war zu einer Suchenden geworden  offen für alles …Enttäuscht von der Schulmedizin

 

Es gibt sehr viele Möglichkeiten, mit Esoterik in Berührung zu kommen, deshalb kann ich nur von meinen persönlichen Erfahrungen berichten.

1989 habe ich während einer Evangelisation in Heidelberg eine Entscheidung für Jesus getroffen und war zweieinhalb Jahre lang in einer örtliche Gemeinde. Einige Dinge gingen mir nicht so einfach von der Hand, wie ich es mir vorgestellt hatte, und ich kam in eine Glaubenskrise. Ich dachte damals, ich dürfe keine Zweifel haben und habe deshalb auch mit niemandem darüber geredet. Die innere Zerrissenheit konnte ich mit der Zeit nicht mehr überbrücken und ging von der Gemeinde und von Jesus weg.

 

Es wäre sicher anders gelaufen, wenn ichdamals mit jemandem geredet hätte. Ich habe alles verdrängt, was mit dem Glauben an Jesus zu tun hatte und war jahrelang auch an Religiosität überhaupt nicht interessiert. Vor etwa zwei Jahren habe ich mich entschlossen, eine Heilpraktikerausbildung zu machen, da ich als Krankenschwester von der Schulmedizin enttäuscht war. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass die Schulmedizin immer nur Teile des Menschen sieht und nicht in seiner Ganzheit. Mir erschien sie als sehr unvollkommen. Außerdem wollte ich auch eine neue berufliche Perspektive.

 

In der Heilpraktikerausbildung habe ich verschiedene sogenannte alternative Heilmethoden kennengerlernt. Vielen dieser sogenannten alternativen Heilmethoden liegt ein esoterisches Welt- und Menschenbild zugrunde, wobei fernöstliches Denken, Buddhismus, Hinduismus, Astrologie, Pendeln, Energiearbeit, Karten legen etc. oft bunt gemischt werden. Meistens ist nicht von Esoterik die Rede, sondern alles wird als Wissenschaft dargestellt. So kam ich in Kontakt mit Esoterik und interessierte mich insbesondere für die Bach-Blüten-Therapie. Bach-Blüten sind, denke ich, recht bekannt, insbesondere die Rescue-Tropfen. Ich bin auch in einem ganz normalen Geburtsvorbereitungsbuch darauf gestoßen.

 

Wie einige alternative Heilmethoden wirken Die Tropfen sollen negative Seelenzustände harmonisieren und in positive umwandeln, z. B. eine sehr ungeduldige Person in jemanden, der auf eine positive Art Projekte vorantreiben kann. Für jeden erdenklichen Seelenzustand gibt es eine passende Blüte oder Blütenkombination in kleinen Fläschchen zum Mischen mit Wasser und Alkohol. Beim Ermitteln der passenden Blüte wird des öfteren auch das Pendel verwendet. Die Fläschchen werden in England hergestellt. Es werden Blüten gesammelt, in Wasser gegeben und in Schüsseln in die Sonne gestellt oder gekocht. Dann werden einige Tropfen dieses Wassers genommen und mit hochprozentigem Alkohol in die sogenannten Stock-Bottles gefüllt, die man dann in der Apotheke oder über den Versandhandel kaufen kann. Diese Tropfen werden zur Anwendung untereinander gemischt und nochmals mit Wasser und Alkohol einnahmefertig gemacht. Was da wirken soll, ist physikalisch oder chemisch wohl nicht zu erklären. Wie bei vielen Therapien mit esoterischem Hintergrund spielen auch bei den Bach-Blüten Schwingungen, die aus dem Gleichwicht geraten sein sollen, eine große Rolle. Auch Begriffe wie gestörter Energiefluss oder Energieblockaden weisen auf esoterische Therapiemethoden hin.

 

Zurück zu mir: Ich habe mich außer den Bach-Blüten für alles Mögliche, unter anderem auch fürs Pendeln interessiert und war zu einer Suchenden geworden offen für alles. Was mit meiner primären Absicht nichts mehr zu tun hatte! Eine Pfarrerin, die ich in der Heilpraktikerschule kennen gelernt hatte, lud mich zu einem Bibliodrama-Wochenende ein. Bibliodrama heißt, einen Text aus der Bibel zu lesen, darüber zu sprechen, Rollenspiele zu machen, eigene Erfahrungen zum Thema auszutauschen, zu meditieren etc. Ich dachte mir: Warum nicht mal wieder was Christliches und habe mich angemeldet. So kam ich nach langer Zeit wieder dazu, im Wort Gottes, der Bibel, zu lesen.

 

Und was soll ich sagen? Die Bibel hat mich ganz anders angesprochen, als die ganzen Theorien, mit denen ich mich monatelang beschäftigt habe. Ich habe angefangen, kreuz und quer zu lesen, besonders Psalm 139, Thema des Bibliodramas. Im Vers 14 heißt es: Herr, ich danke dir dafür, dass du mich so wunderbar und einzigartig gemacht hast! Großartig ist alles, was du geschaffen hast  das erkenne ich! Mir fiel es wie Schuppen von den Augen: Es gibt doch einen persönlichen Gott, der mich kennt und mich liebt.

 

Der Psalm endet mit Vers 24: Sieh, ob ich in Gefahr bin, dir untreu zu werden, dann hol mich zurück auf den Weg, der zum ewigen Leben führt. Genau das hat Gott vor anderthalb Jahren getan, als ich Jesus mein Leben neu übergeben habe. Jetzt ist meine Suche zu Ende. Jesus schenkt mir einen Frieden, den ich nur bei ihm finden kann. Esoterik ist nämlich echter Stress. Man bleibt ständig auf der Suche nach neuen Erkenntnissen und Methoden, immer auf der Suche nach dem Endgültigen. Bach-Blüten, Pendeln, Heil-Steine, Astrologie, Tarot etc.viele hecheln von einem zum nächsten, weil sie suchen, was sie dort doch nicht finden können. Da all diese Dinge mit meinem Christsein nicht vereinbar waren, habe ich mich von Büchern, Bach-Blüten, Pendel getrennt, d.h. alles ist auf dem Müll gelandet, wo es auch hingehört, wenn es mir auch nicht ganz leicht gefallen ist, zumal ja auch alles sehr teuer war. Es war jedoch wichtig und sehr gut, mich so konsequent von allem zu trennen. Kurze Zeit später habe ich dann auch die Heilpraktikerausbildung an den Nagel gehängt.

 

Mir ist bewusst, dass es einige wenige naturheilkundliche Verfahren gibt, die meiner Meinung nach mit Esoterik nichts zu tun haben. Diese werden aber eher von Ärzten und Physiotherapeuten als von Heilpraktikern praktiziert, doch das ist ein anderes Thema.

 

Ich möchte zum Schluss noch von meinem Traum berichten, den ich kurz nach meiner neuen Lebensübergabe an Jesus hatte: Ich war gerade beim Einschlafen, da sah ich ein helles Licht und ging darauf zu, wusste jedoch, dass ich sterben würde, wenn ich dort ankäme. Ich habe Jesus, Jesus! gerufen und bin sofort aufgewacht. Ich glaube, dass nicht alles, was strahlt und hell erscheint, wirklich zum Leben führt, das hat mir der Traum noch mal sehr deutlich gemacht. Aber genauso deutlich weiß ich, dass Jesus Sieger über allem ist!

 

Ich erinnere noch einmal an Psalm 139,24: Sieh, ob ich in Gefahr bin, dir untreu zu werden, dann hol mich zurück auf den Weg, der zum ewigen Leben führt! Wie froh bin ich, wieder auf dem Weg mit Jesus zu sein!

 

Edith H., VM Hemmingen

Mit Rasierklingen schnitt ich mir die Arme auf...

Nahezu alle Zeit meines Lebens, an die ich mich bewusst zurückerinnern kann, war ich auf der Suche nach den - ich nenne es - positiven und guten Dingen des Lebens. Nach Liebe, Geborgenheit, Zuversicht, Stärke, Nähe, Schutz und Halt. Ich kann sagen, ich habe fast überall danach gesucht und sehr vieles, ja zuviel, ausprobiert um erfüllt zu werden. Vor allem habe ich mein Glück immer in Menschen gesucht - zunächst bei den Eltern, Freundinnen und Freunden, bei meinen Geschwistern und dann bei Männern. Immer auf der Suche nach dem Menschen, der mich ergänzt, meine Defizite ausgleicht. Was ich gefunden habe, war allenfalls ein Abziehbild dessen, was ich gebraucht und gehofft habe. Übrig geblieben sind dann die negativsten Dinge des Lebens! Verzweiflung, Zorn, Neid, Eifersucht, Selbstmitleid, viel Angst, Depression, Hoffnungslosigkeit und auch Resignation. Niemand nahm mich so an, wie ich war, liebte mich bedingungslos oder versuchte nicht, mich zwanghaft zu ändern.

 

So begann ich mir eine Maske zuzulegen, um zu bekommen, was ich wollte: Anerkennung, Mittelpunkt sein, beliebt und geliebt sein. Ich versuchte es jedem Recht zu machen: meinen Eltern, Freunden, Lebenspartnern, im Geschäft und in der Freizeit. Ich entwickelte einen krankhaften Ehrgeiz perfekt zu sein, und meine Kräfte schwanden immer mehr. Nach jeder Party, jeder Beziehung fühlte ich mich leerer und unzulänglicher. Ich begann mir zu nehmen, was anderen gehörte, zu lügen, Storys zu erfinden, um mich interessant zu machen, und ich füllte die Leere mit Alkohol, Graszigaretten, Essen, Musik und Partys und wechselnden Männerbekanntschaften. Ein Teufelskreis, in dem mir die Kontrolle immer mehr entglitt. Die Spannungen mit den Eltern wurden unerträglich. Die Maske deckte meinen Frust nicht mehr ab. Jetzt trank ich täglich Alkohol um angstfrei schlafen zu können oder um lustig zu sein.

 

Zu diesem Zeitpunkt in etwa, den ich emotionales Chaos nenne, lernte ich R. kennen und schöpfte neue Hoffnung und Lebensfreude. Er schien tiefstes, ehrliches Interesse an mir zu haben, nur schade, dass ich ja die Frau mit der Maske war. Er verliebte sich in Vitalität, Power, Witz und eine Frau, die ihr Leben, Geschäft und Haushalt perfekt meisterte und noch Kraft für ihn übrig hatte. Das konnte nicht lange gut gehen! Die Power, die eine neue Liebe mit sich bringt, schwand unter den Alltagslasten. Während einer Party kam es zum Desaster. Ich verletzte R., wir stritten und in seiner aufbrausenden, radikalen Art beendete er die Beziehung. Ich fiel ins Bodenlose, Schwarze umgab mich, jegliche Maske fiel, alle Ängste und alle Verzweiflung war wieder da. Und ich konnte nur noch an eines denken: Sterben! Mit Rasierklingen schnitt ich mir die Arme auf und wartete, dass alles Leid ein Ende hat.

 

Doch ich sollte leben. Alles Weiche in mir starb jedoch in dieser Nacht. Ich wurde abgeklärt und hart. Ich begann mein ganzes Leben und jeglichen Sinn in Frage zu stellen, verschloss meine Seele und beschloss zu kämpfen. Gegen Alles und Jeden. Das machte mein Leben mit anderen Menschen, den Eltern und besonders mit R. noch schwieriger. Ich wusste, dass ich aufhören musste zu trinken, um nicht wieder die Kontrolle zu verlieren. Die blinde Liebe zu R. war weg, doch trennen konnte ich mich auch nicht!

 

Und dann, fast ein dreiviertel Jahr später, nach einem unserer tausend Streits und viel Verzweiflung in mir “und ohne Alkohol im Haus“ kam die Wende! Doch damit kam die Wende! Ich begann zu Gott zu beten, schüttete mich stundenlang schluchzend vor ihm aus und übergab ihm mein Leben und mein Schicksal. Erschöpft aber merkwürdig friedlich und entlastet schlief ich ein. Morgens spürte ich gleich, dass sich etwas verändert hatte. Und ich wusste instinktiv, dass ich die Hand, die ich ergriffen hatte, nicht mehr loslassen wollte und durfte. Plötzlich erinnerte ich mich, dass Gott in meinem Leben immer wieder mit Hilfe von Menschen bei mir angeklopft hatte. Mein ehemaliger Vermieter, zum Beispiel, versuchte mir etwas von Jesus zu erzählen und schenkte mir sogar das Buch "Jesus unser Schicksal" welches jedoch unauffindbar war. Viele meiner Kunden sprachen mit mir über den Glauben, Gott und Jesus. Doch ich wollte es nie hören.

 

Bei der Arbeit sprach ich E.s Tante an, denn ich wusste, dass sie einen Hauskreis hat. E. lud mich sofort zu ihrem Hauskreis ein und von ihrer Tante bekam ich das Buch "Jesus unser Schicksal" noch einmal geschenkt. Ich verschlang dieses Buch und spürte ganz eindeutig: Dieser Jesus ist meine einzige Chance auf ein anständiges, sauberes und sinnerfülltes Leben! Und auch, so unglaublich es für mich klang, ewiges Leben! Immer wieder kamen mir Sünden ins Bewusstsein, die ich Jesus brachte. Seit dieser Nacht allein mit Gott und meiner Verzweiflung geschehen für mich Wunder! Mein Leben wurde heller, wärmer, hoffnungsvoll. In Jesus habe ich meinen Fels und meine Zuflucht gefunden. Er nimmt mit die Angst, und seine Werkzeuge arbeiten an mir, lösen den Schmutz und das Böse von mir ab, was leider manchmal sehr weh tut. Jesus wirkt auch in unserer Beziehung. Auch R. findet mehr und mehr zum lebendigen Glauben, erkennt die Fülle und die Macht von Jesus. Eine ganz neue, andere Liebe hat begonnen. Wir haben Freunde gefunden, einen Hauskreis und eine Gemeinde. Was bleibt ist die unendliche Dankbarkeit für Jesus, meinen Erlöser und Retter. Ich habe mit der Taufe noch einmal ein Zeichen gesetzt, wem mein Leben gehört. Ich möchte Jesus nachfolgen, ihm unterstellt sein, seine Werke tun, mich von ihm lehren lassen, mit ihm sterben und wiederauferstehen!

 

 PERSÖNLICHE GESCHICHTE

Auf einer Drogenparty im Jahre 1973 hat sich mir der lebendige Gott der Bibel offenbart. Diese Begegnung veränderte mein Leben dramatisch und bewirkte einen radikalen Kurswechsel. Es geschah so plötzlich und unverhofft, dass man diese Begebenheit schlicht und ergreifend als Wunder bezeichnen darf.

In einem christlichen Elternhaus aufgewachsen, wurde ich natürlich dazu angehalten Kindergottesdienste, Freizeiten und den CVJM zu besuchen. Widerwillig gehorchte ich meinen Eltern. Auch die Teilnahme am Konfirmandenunterricht wurde lediglich durch die Aussicht auf die vielen Geldgeschenke motiviert, die man hoffentlich zur Konfirmation überreicht bekam. Das Christentum stellte sich mir als absolut langweilig und altmodisch dar und im Gegensatz dazu fühlte ich mich mit meinen 14 Jahren sehr modern und mit genug Kraft ausgestattet, um die Welt aus den Angeln heben zu können. So war denn auch die Konfirmation mein Abschiedsfest aus der Kirche. Ich traf die Entscheidung: »Wenn es wirklich einen lebendigen Gott geben sollte, dann kann er mich ja holen. Ansonsten werde ich mein Leben leben, wie ich es mir vorstelle.« Freiheit - keine Bevormundung durch irgendeine Autorität, auch nicht durch einen imaginären Gott und offene Rebellion gegen alles, was mich in meinem Heißhunger nach Selbstbestimmung bremsen wollte. So ging ich den Weg - zum Entsetzen meiner Eltern und meiner Umgebung - den so viele Jugendliche der 60er Jahre gingen. Ich wurde ein Hippie, ein Blumenkind mit allen Randerscheinungen: Rock'n Roll, Kommunenleben, Feten, Zigaretten, Alkohol, Drogen, Sex und natürlich Fernweh.

Desillusioniert und scheinbar in einer aussichtslosen Situation schmiss ich mich an jenem Abend voll in die Drogenparty. Eigentlich war jeder Tag eine einzige Drogenparty für mich. Dieses Mal probierten meine Freunde und ich eine neue Sorte LSD aus, die gerade frisch aus Amerika importiert worden war. Wir schluckten die kleinen Pillen wie Bonbons, nichts ahnend, was passieren würde. Nur ein weiteres Experiment in meinem Drogenerfahrungsschatz. Aber diese Nacht veränderte alles.

Mitten im Drogenrausch traf mich die Wahrheit wie ein Keulenschlag: Ich war verloren, rettungslos verloren. Es war unmöglich die Tod bringenden Geister, die ich in mein Leben gerufen hatte, wieder los zu werden. Unkontrollierbare Panik ergriff mich! Tote Rockmusiker erschienen im Zimmer, Dämonen umgaben mich, alles wurde finster und ausweglos. Und dann ein Hoffnungsgedanke: Wenn es Finsternis gibt, muss es auch Licht geben! Und ich schrie in meinem Herzen zu Gott: »Gott, wenn es Dich wirklich gibt, dann hilf mir hier raus. Ich brauche Dich jetzt, nicht nächste Woche oder

im ewigen Leben, sondern jetzt!!!«

Der Strohhalm, an den ich mich in meiner Verzweiflung klammerte, entpuppte sich als dickes Tau, stark genug mich aus der Dunkelheit zu ziehen. Innerhalb eines Augenblicks verspürte ich einen tiefen, inneren Frieden, wie ich ihn zuvor noch nie erlebt hatte. Diesen unerklärlichen Frieden, der höher ist als alle Vernunft, sagt die Bibel. Heute weiß ich das. Damals wusste ich nur: Er half mir in einem

Moment runter von dem Horrortrip und gab mir die Gewissheit nie wieder irgendwelche Drogen nehmen zu müssen. Ein tiefes Gefühl der Liebe und Geborgenheit durchströmte mich und unumstößlich war mir bewusst: Gott ist hier! Er hat mein verzweifeltes Bitten gehört und ist gekommen! Nicht irgendein Gott oder Guru, sondern der lebendige Gott der Bibel. Er befreite mich durch seine grenzenlose Liebe.

Als ich am nächsten Morgen meiner Freundin - meiner heutigen Frau Irene - begeistert von meinem Gotteserlebnis erzählte, stellte sich heraus, dass sie die gleiche Erfahrung gemacht hatte wie ich. So machten wir uns gemeinsam auf den Weg diesen Gott zu suchen, um ihn näher kennen zu lernen.

Vieles hat sich seitdem in unserem Leben durch die Kraft des Evangeliums und des Heiligen Geistes verändert. Seit 25 Jahren leiten meine Frau und ich eine sozial-missionarische Arbeit in Lüdenscheid sowie in anderen Städten der Welt. Auch nach diesen vielen Jahren predige ich die Liebe Gottes mit dem gleichen Feuer wie zu Anfang, denn: »Wen der Sohn frei macht, der ist wirklich frei!«

Danke, Jesus!

Walter Heidenreich

 

 

Eine dramatische Wende kurz vor der Scheidung

Mit ihrer Ehe ging es qualvoll bergab. Sie wurde zum täglichen Leiden. Schließlich wurde der Ehefrau gar von Seelsorgern geraten, die Scheidung einzureichen.Doch im Leben und in der Ehe von Holger und Hella von Canstein aus Staufen trat kurz vor der großen Katastrophe eine dramatische Wende ein.Holger von Canstein berichtet von seinen schmerzlichen Erfahrungen und dem neuen Eheglück. Holger von Canstein berichtet von seinen schmerzlichen Erfahrungen und dem neuen Eheglück.

Es begann im Sommer 1988 auf Teneriffa. Meine Frau Hella und ich waren dort, weil ich als Geschäftsführer auf den Kanarischen Inseln tätig war. Aus diesem Grund hatte meine Frau ihren Beruf als staatlich geprüfte Diplomkosmetikerin aufgegeben. Hella, die von mir aus beruflichen und privaten Gründen sehr oft allein gelassen wurde, hatte eines Tages das Bedürfnis, sich mit der Bibel zu beschäftigen. Deshalb ging sie zum evangelischen Pfarrer in Puerto de la Cruz und lieh sich eine Bibel aus. Geprägt war diese Zeit von vielen Auseinandersetzungen zwischen meiner Frau und mir. Erst viel später stellten wir fest, dass wir nicht konstruktiv miteinander umgehen konnten.

 

Immer mehr Spannungen


In dieser Zeit sprach Gott zweimal ganz deutlich zu meiner Frau, ohne dass sie die Bedeutung dieses Geschehens zu diesem Zeitpunkt erfassen konnte. Wie so oft schlug sie eines Tages die Bibel ganz intuitiv auf. Da waren sie, die Verse aus 2. Samuel 20,17-20, deren Worte genau in ihre Situation hineinsprachen. Erneut schlug Hella die Bibel auf. Wieder standen die gleichen Worte vor ihr, doch nicht in 2. Samuel, sondern in Psalm 18,17-20. Wie war das möglich? Nach einiger Zeit war meine Frau sicher. Das war ein Wort Gottes für sie! Als wir dann später nach Staufen, 65 Kilometer nördlich von Basel, zurückkehrten und dort unsere Wohnung fanden, kamen zur gespannten Situation zwischen meiner Frau und mir auch die Sorgen eines Neuanfangs hinzu. Immer mehr erlebten wir es, dass der eine den anderen nicht verstand.

Es stellten sich Erwartungshaltungen ein, die das ganze Miteinander nur verkomplizierten. Ein Beispiel: Als ich wieder einmal spät abends von meiner Arbeitsstelle in Basel nach Hause fuhr, malte ich mir auf dem Heimweg in schillernden Farben aus, wie meine Frau mir begegnen würde, da ich schon wieder so spät war. Ich hielt ganz exakt das Gesicht meiner Frau vor Augen, wie es von Stunde zu Stunde länger wurde und wie sich der ganze Unmut in ihrem Gesicht widerspiegelte. Tatsächlich aber hatte meine Frau sich für mich hübsch gemacht, um einen Schritt nach vorne zu gehen, auf mich zu. Aber durch meine Erwartungshaltung war ich auf eine ganz andere Stimmung eingestellt. Dieser Stimmung entsprach dann auch mein Gesicht. Das Resultat: Meine Frau sah mein Gesicht, war enttäuscht, und somit war meine Erwartungshaltung erfüllt. Ich hatte keinen Blick für das schöne Kleid und das erste Lächeln, das dann natürlich schnell erfror.

Tiefpunkt am Geburtstag


So ging es weiter fort, bis eines Tages mein Geburtstag kam. Am Abend vorher hatte sich meine Frau noch ausgemalt, wie sie mich morgens wecken wollte, was sie mir Schönes bereiten könnte. Am Morgen aber stand ich einfach auf und schickte mich an, aus dem Haus zu gehen. Entgegen ihrer sonstigen Gepflogenheit blieb meine Frau im Bett und rief nur: "Stell den Mülleimer vor die Tür, es ist Mittwoch." Ich war tief getroffen. Alle weiteren Versuche meiner Frau, mir den Abend schön zu gestalten, schlugen fehl. Ich war für nichts mehr aufnahmefähig.

Ich begann meiner Frau mit absoluter Gefühlskälte zu begegnen. Ich ließ ihr keine Chance mehr, an mich heranzukommen. Als sie dann auch noch Liebesbriefe und Bilder von einer anderen Frau in meinem Wagen fand, versuchte sie sich das Leben zu nehmen.

In dieser Zeit holte sie unser Nachbar, ein bekennender Christ, einmal von zuhause ab. Wörtlich sagte er: "Du bist immer so allein. GDeh doch mal mit uns in unseren Hauskreis, ganz unverbindlich. Wenn es dir nicht gefällt, bleibst du wieder weg." Sie ging mit, und schon beim ersten Besuch war ihr klar: Das ist es! Kurze Zeit darauf bekehrte sich meine Frau. Ein Grund für mich, sie noch stärker zu bekämpfen. Wenn ich eine Bibel im Haus sah, schmiss ich sie raus. Die "heiligen Brüder" konnte ich erst recht nicht sehen. Wirkung: meine Frau magerte auf 75 Pfund ab. So kam sie in die christlich-psychosomatische Ignisklinik nach Egenhausen. Dort fand sie vor allem Ruhe in Gott und viele helfende Hände.

Einigung misslungen


Ein Versuch der Ärzte, eine gütliche Einigung zwischen meiner Frau und mir herzustellen, schlug fehl. Innerlich hatte ich wohl den Wunsch, alles wieder gutzumachen und meine Frau in den Arm zu nehmen, aber das Böse in mir war stärker. Genau in dieser Zeit erwartete meine Frau unser Kind. Ich lehnte es ab und behauptete, es wäre nicht von mir. Wieder ein totaler Tiefschlag gegen meine Frau. Nicht einmal das werdende Leben eines Kindes konnte mein Vernichtungswerk stoppen.

Dann trat der Zeitpunkt ein, wo selbst die Seelsorger in der Klinik meiner Frau rieten, die Scheidung einzureichen. Meine Frau beauftragte einen Rechtsanwalt einen geharnischten Brief an mich zu schreiben, mit den entsprechenden Forderungen.

Zur gleichen Zeit begann bei mir ein Wandel. Plötzlich wurde ich immer wieder dazu getrieben in eine Kirche zu gehen. Doch wenn ich dort war, wusste ich nicht, warum. Ich beendete das Verhältnis mit der anderen Frau und hatte das dringende Bedürfnis meine Frau aus der Klinik zu holen. In diese Entwicklung wäre der Brief des Rechtsanwalts wie eine Bombe eingeschlagen, wenn Gott nicht eingegriffen hätte. Dieser Brief hat mich nie erreicht.

So wollte ich meine Frau aus der Klinik holen. Nur, sie wusste nicht, warum. Denn ich hatte mich in keiner Weise verändert. Auch die Ärzte waren gegen meine Entscheidung. Doch ich setzte mich durch.

Das Gebet im Dom


Am Heiligen Abend 1989 hatten wir wieder einen tief verletzenden Streit. Dann ereignete sich Merkwürdiges. Um aus dem Haus zu fliehen an einen neutralen Ort, beschlossen wir, in die Christmesse im Freiburger Dom zu gehen. Während der Messe beteten wir beide unabhängig voneinander: "Gott, bitte mach der Sache ein Ende oder zeig uns einen Weg, wie wir in Frieden zusammenleben dürfen."

Gott hatte Erbarmen! Langsam kam ich auf die Schiene. Einer Einladung, Silvester mit dem Hauskreis zu verbringen, um das neue Jahr im Gebet zu beginnen, leistete ich Folge. Meine Frau traute ihren Augen und Ohren nicht mehr. Zudem hatte sie Angst: "Wenn der die 'heiligen Gesichter' der Gläubigen sieht, rastet er aus!" - Nichts dergleichen geschah. Mit stoischer Ruhe ertrug ich das Geschehen um mich her.

Mit der Zeit wurde meine Frau mutiger. Sie bat mich, sie zu einem Gottesdienst in einer freien Gemeinde nach Freiburg zu fahren. Wenn ich wolle, könne ich mit hineinkommen oder in der Zwischenzeit draußen oder irgendwo anders warten. Aufgrund der Kälte - es war Januar - entschied ich mich, ihr zu folgen.

Goliath fiel


Wir wählten einen Platz hinten, ganz in der Nähe der Tür, damit ich die Möglichkeit hätte, ohne Aufsehen verschwinden zu können. Zuerst wurden Lieder gesungen. Ich sang voll Begeisterung mit. Die Lieder erfüllten mich, und großes Erstaunen war in den Augen meiner Frau zu lesen. Während der Predigt - ich kann mich nur noch daran erinnern, dass der Prediger es von David und Goliath hatte - saß ich in meinem Stuhl und weinte. Tränen strömten mein Gesicht hinunter. Der Goliath in mir war mit dem Schwert Gottes, mit Gottes Wort, gefällt worden.

Daraufhin passierte alles Schlag auf Schlag. Meine Frau verlor das Kind, und in der Stunde, in der sie diese Nachricht bekam, legte Gott mir aufs Herz, sie um Vergebung für all die Schmach, die sie durch mich erlitten hatte, zu bitten. Sie vergab mir, und Gott tat es auch. Mit der Vergebung strömte ein unvergleichlicher Liebesstrom in mein Herz. Ich konnte meine Frau endlich wieder lieben, ja mehr als ich sie jemals vorher geliebt hatte, und meine Frau konnte, trotz des vielen Leids, diese Liebe erwidern. Ich bekehrte mich bei meinem späteren Seelsorger, der es auch heute noch ist, und brachte mein Leben vor Gott in Ordnung, indem ich meine Schuld bekannte und die Vergebung durch Jesus Christus empfangen durfte.

Der neue Anfang

Meine Frau und ich durften durch Gottes Gnade eine Zeit erleben, in der wir aufeinander zugehen konnten. In dieser Zeit legte Gott ein Leintuch über all die erlittenen Verletzungen. Erst dann, nach einer Zeit der Ruhe und des Friedens, begann das Aufarbeiten der Verletzungen. Aber Gott gab mir auch die Kraft, meiner Frau beizustehen, damit das Vertrauen langsam und allmählich wieder wachsen konnte. In dieser Zeit haben uns auch viele Menschen in der Seelsorge begleitet.

Ohne Gott hätten meine Frau und ich uns bis zum Tod bekämpft. Vielleicht wären wir beide gar nicht mehr am Leben. Aber Gott hatte einen anderen, besseren Weg für uns. Und was ganz wichtig ist: In der Zeit vor meiner Bekehrung haben viele, viele Menschen für mich gebetet.

Heute darf ich mit meiner Frau in einer wunderbaren Ehe leben, in der wir uns konstruktiv auseinandersetzen können und in der unsere Beziehung in gegenseitigem Vertrauen wachsen kann. Einen zweiten Wunsch erfüllte mir Gott, indem er mich nach St. Chrischona in ein christliches Werk berief, wo ich eine wundervolle Aufgabe übernehmen durfte.

 

 

Das Kinderbuch, das ihr aus der Krise half

 

Viele Veränderungen in ihrem Leben: Ursula Gemmer aus Hessen

 Sie ist eine Frau mit Freude am Leben. Ursula Gemmer gerät in die große Krise. Selbsterfahrung und Esoterik können ihr nicht helfen. Dann entdeckt sie eine faszinierende Lektüre - ein Kinderbuch. Die 45-jährige Hausfrau, Ursula Gemmer, Reiskirchen über ihren Weg aus der Krise.

 

Mit leuchtenden Augen und gespannter Erwartung an ein gelingendes Leben war ich nach meiner Kindheit in die Unabhängigkeit vom elterlichen Zuhause gestartet. Drei Jahre nach der Eheschließung erlebte ich mich gründlich entzaubert! Belastet durch die Sorge um unseren chronisch unter Asthma leidenden kleinen Sohn und gestresst vom Bau eines Eigenheims, fühlte ich mich zunehmend überfordert, innerlich unzufrieden und depressiv. Ich haderte mit meinem Ehemann, mit den Kindern, mit mir selbst, erkrankte schließlich an Collitis ulcerosa, einer chronischen Schleimhautentzündung des Darms, mit der ich bis heute zu tun habe.

 

Denk-Positiv-Training

In dieser Situation wurde ich auf eine örtliche Selbsterfahrungsgruppe aufmerksam. «Wer bin ich, was will ich und welche inneren Kräfte kann ich für mich aktivieren?» - Das waren Fragen, mit denen ich mich in psychologisch begleiteten Gruppenprozessen intensiv auseinandersetzte. Ein «Denk-Positiv-Training» und der starke Rückhalt in der «Gruppe» verhalfen mir zu einer ersten emotionalen Stabilisierung. Doch es lief nicht rund. Irgend etwas fehlte. Esoterisches Gedankengut eröffnete mir den Blick für erweiterte Lebensinterpretationen und ließ die Frage nach der Bedeutung übernatürlicher Kräfte elementar in mir aufbrechen: auch die nach Gott.

 

Die Vorahnung

Durch Mitglieder der Stadtmission Giessen bekam ich Zugang zu einem christlichen Hauskreis, den ich bald regelmäßig besuchte. Irgendwann kaufte ich in der Alpha-Buchhandlung das Taschenbuch «Wie erzähle ich meinen Kindern von Gott?». Es wurde zu einer faszinierenden Lektüre für mich. Weitere christliche Bücher folgten. Das Thema Jesus ließ mich nicht mehr los. Längst ahnte ich, dass in dem Glauben an Gott der Schlüssel für eine dauerhafte Lebensveränderung liegen könnte. Doch ich blieb zurückhaltend: Was, wenn Jesus mehr verändern wollte, als ich bereit war zuzulassen? Und musste ich wirklich als reumütige Sünderin vor ihm zu Kreuze kriechen?

 

Das Schlüsselerlebnis

Während eines Familienurlaubs las ich erneut in dem erwähnten Kinderbuch. Schließlich wagte ich den Schritt in die Nachfolge: Aus tiefstem Herzen bat ich Jesus Christus darum, zu ihm gehören zu dürfen und dass er mir meine Sünden vergeben möge. Ich sagte ihm: «Jesus, übernimm du die Herrschaft in meinem Leben! Und schenke du mir bitte deine Liebe und Kraft und Führung, die ich dringend brauche.»

 

Befreiende Entdeckung

Die Freude, die ich nach diesem Schritt empfand, lässt sich nicht beschreiben! Schritt für Schritt begannen sich nun Dinge in meinem Leben zu verändern. Es wurde mir wichtig, am Sonntag regelmäßig zum Gottesdienst zu gehen. Hier bekam ich Impulse und Motivation für den Alltag. Ich begann verstärkt in der Bibel zu lesen. Ich begriff die unendliche Liebe, die Gott mir persönlich entgegenbringt, und dass er mich trotz aller Fehler und Schwächen annimmt. Und ich merkte: Auch ich darf mich so annehmen, wie ich bin. Das war eine unbeschreiblich befreiende Entdeckung.

 

Inzwischen ist es mir ein Bedürfnis, möglichst vielen Menschen von Gottes Liebe weiter zu erzählen. Ich bete oft für andere, arbeite im Hauskreis und einer christlichen Frauengruppe mit. Konflikte in der eigenen Familie kann ich gelassener angehen, weil ich merke, dass Gott auch an meiner Familie wirkt, wenn ich dafür bete. Und in Zeiten von Krisen, Schmerzen und Krankheit erlebe ich, wie er durchhilft und Lasten mitträgt. Ich weiß mich in seiner Liebe und Fürsorge geborgen.

 

 

 

 

 

Zeugnis eines ehemaligen Atheisten

Ich wuchs in einer typischen, sogenannten »christlichen« Familie auf. Das heißt, wir gingen einmal im Jahr Weihnachten  in die Kirche, weil das »Familientradition« war. Ich ging auch in eine christliche Grundschule, weil mich meine Eltern vor dem verderblichen Einfluss der »Rowdies von der Volksschule« fernhalten wollten, wie sie sich ausdrückten. Dass wir dort beten mussten, hielten sie für das kleinere Übel  »das wird dem Jungen schon nicht schaden«. Ansonsten wollten sie mit »Pfaffen« nichts zu tun haben und lehnten höflich, aber bestimmt jede Einladung zu Gemeindetreffen ab. Kein Wunder, dass ich schließlich trotz guter Kenntnis der biblischen Geschichte nicht die geringste Beziehung zum Christentum hatte  ich hielt das wie meine Eltern alles für »frommen Selbstbetrug« oder gar als profanes Mittel, sich gesellschaftliche Vorteile und Einfluss zu verschaffen. KeinWunder, dass ich, kaum erwachsen geworden, aus der Kirche austrat  ich wollte ehrlich vor mir selber sein und aus Gründen der Selbstachtung auf Heuchelei verzichten. Nun kann kein Mensch auf Dauer ohne geistiges Fundament existieren und deshalb fing auch bei mir die Suche nach einer Alternative an. Ich fühlte mich insbesondere von den nichtchristlichen Religionen angezogen das war natürlich nichts anderes als der Reiz der Fremdartigkeit, sie waren für mich »exotisch«. Ich studierte vor allem den Lamaismus, die Shinto-Religion und den Bhuddismus. Ich fing an, Japanisch zu lernen und sparte Geld für eine Reise nach Japan. Und schließlich war es so weit, dass ich zwei Monte lang im Himmelsdrachen-Tempel in Kyoto von einem Professor für bhuddistische Ethik aufgenommen wurde. Doch das, was ich als Höhepunkt meines Lebens erwartete, ernüchterte mich. Ich musste erkennen, dass der Bhuddismus auch nur eines von vielen Menschen-gemachten philosophischen Systemen ist, das auf nicht beweisbaren Grundannahmen beruhte, und dem wie bei jeder anderen Religion auch irgendwelche lächerlich-ernsten Zeremonien aufgepfropft sind, um damit beim gläubigen Volk Eindruck zu schinden. Also wieder nur frommer Selbstbetrug? Als ich von dieser Reise zurückkehrte, war ich ein radikaler Atheist geworden. Ich lehnte jegliche Religion ab. Ich wollte illusionslos alleine durch das Leben gehen, wissend, dass jenes ohnehin sinnlos wäre. Aber solange ich existierte, wollte ich mir wenigstens meinen Stolz und meine Selbstachtung bewahren. Ich konzentrierte in der Folgezeit all meine Energie auf meine Karriere;  geistige Dinge waren mir suspekt und deshalb für mich tabu. Ich heiratete kurz darauf eine christliche Frau, aber ich hatte sie bald so weit, dass ihr Glaube für sie bedeutungslos wurde, was mich zufriedenstellte. Als aber meine Frau eines Tages vom Besuch ihrer gläubigen Eltern  eine Pastorenfamilie in Taiwan  zurückkehrte, hatte sie sich verändert; sie lebte nun ganz bewusst ihrem Glauben. Sie ging sonntags in die Kirche statt mit mir Ausflüge zu machen, betete  sogar für mich!  und redete auch sonst »allerhand religiösen Unsinn«, wie ich meinte. Ich wurde unzufrieden und unsere Ehe bekam Spannungen. Wer weiß, ob ich meine Frau nicht ohne die Kinder früher oder später verlassen hätte, so wie es inzwischen schon viele meiner verheirateten Kollegen getan hatten. Doch weil sie trotz allem stets ihre Liebe zu mir zeigte, bekam ich das nicht übers Herz. Im Gegenteil, nur um ihr auch einmal eine Freude zu bereiten, beschloss ich irgendwann einmal, sie sonntags zu ihrer Gemeinde zu begleiten, und ich merkte, wie sie das glücklich machte. Die Gemeinde gefiel mir zwar gut wegen der unverfälschten Herzlichkeit ihrer Mitglieder und ihrer Liebe zueinander, aber ich machte trotzdem aus meinem Atheismus keinen Hehl und sagte dem Pfarrer und den Gemeindemitgliedern auf den Kopf zu, dass das ja wohl alles Unfug wäre, was sie dort trieben. Zu meiner Überraschung wurden sie aber nicht auf mich böse, sondern blieben nett und fingen an, mich detailliert zu fragen, was ich denn an ihrem Glauben auszusetzen hätte. Der springende Punkt, so fanden wir schnell, war die Existenz Gottes. Kann es Gott überhaupt geben? Ich sagte nein, sie sagten ja. Die Diskussion kam schnell auf die Evolutionstheorie. Wozu braucht man einen Gott, wenn alles ohnehin von selbst entstanden ist? Zu meiner Verblüffung lehnten sie diese Theorie ab und stellten sich auf den Standpunkt, die biblische Geschichte sei wahr. Sollten diese Menschen denn so religiös verblendet sein, dass sie die Geschichte von Adam und Eva unseren »wissenschaftlich erwiesenen« affenähnlichen Vorfahren vorzögen? Ich war perplex. Sie gaben mir einige Bücher von Wilder Smith und Werner Gitt zu lesen, die dieses Thema ausführlich behandelten. Sie forderten mich auf, diese kritisch zu lesen und zu widerlegen. Überzeugt von meinen wissenschaftlichen Fähigkeiten, ging ich darauf ein. Schließlich sollte doch im aufgeklärten 20. Jahrhundert so ein »Aberglaube« einfach zu beseitigen sein. Doch zu meinem großen Erstaunen merkte ich, dass diese Bücher nicht dümmlich oder gefühlstriefend waren, sondern nüchterne wissenschaftliche Abhandlungen. Alles hatte Hand und Fuß, die Argumente gegen die Evolution waren logisch, sachlich und zwingend  absolut überzeugend! Ich musste zugeben, dass ich nichts widerlegen konnte  das war für mich ausgesprochen peinlich. Aber ich wollte nicht die Konsequenz daraus ziehen und Gott anerkennen. Schön, die Evolution kann offenbar nicht so funktionieren, wie sich das Klein-Fritzchen  und ich auch  bislang vorgestellt hatten, das hatte ich be- griffen. Aber musste das gleich bedeuten, dass es Gott gibt? Ich wollte das einfach nicht zugeben. Wir lebten damals in Westberlin, durch die Mauer gut vom Osten abgeschirmt. Es wäre uns nie in den Sinn gekommen, dass sich diese Situation bald ändern könnte. Klar, mit einer Mauer mitten durch eine Stadt  das war natürlich anormal, und wir waren deshalb auch davon überzeugt, dass sich das irgendwann ändern würde. Vielleicht in 50, vielleicht auch erst in 100 oder 200 Jahren. Aber noch zu unseren Lebzeiten?  Das schlossen wir definitiv aus, es war für uns unmöglich. Und doch geschah es eines Nachts. Ich erinnere mich, dass wir am 9. November 1989 zwischen 10 und 11 Uhr abends, schon im Bett, völlig ungläubig auf die Fernsehbilder von der Mauer starrten. Weil wir uns einfach nicht vorstellen konnten, was wir dort sahen, beschlossen wir, das selbst nachzukontrollieren. Wir zogen uns also wieder an, fuhren zum Stadtzentrum und standen wenig später selber auf der Mauer. Das Unvorstellbare war geschehen. Wie war das möglich? Wir gingen wie im Traum von einem Kontrollpunkt zum anderen und sahen ganz Westberlin voll von jubelnden Ostberlinern. In diesen Stunden erkannte ich, dass das Gottes Wirken war. Dass Er hier, vor den Augen der ganzen Welt, sichtbar eingegriffen hatte. Was Menschen nicht vermögen oder für unmöglich halten Gott kann es! Er kann selbst die festgefügtesten Mauern einreißen  wie damals in Jericho, so jetzt hier in Berlin. Es gibt Ihn wirklich! Er lebt auch jetzt noch! Er hat alle Fäden in der Hand! Er bestimmt die Geschichte und niemand sonst! Es ist sinnlos, sich gegen Ihn zu stellen. Man muss Ihn stets ernst nehmen  auch wir, auch heute. Offenbar hatte Gott unser Volk für die vergangenen Ereignisse durch 40 Jahre Teilung bestraft; die Zeit war jetzt um, wir durften einen Neuanfang wagen. Was wir da erlebt hatten, war unsere ganz spezifische Version der biblischen Wüstenwanderung! Ich hatte kurz darauf viel Zeit, über alles in Ruhe nachzudenken, denn ich brach mir ein Bein und musste ins Krankenhaus. Ich las die Bibel und erkannte, das die darin enthaltene Botschaft Gottes kein Märchen ist  kein Wunschdenken, sondern harte Realität. Realität, die auch heutzutage in Seinem Wirken an uns sichtbar wird. Ich erkannte, dass ich Gott in jeder Beziehung ernst nehmen musste  in seiner Allmacht, die über alle menschliche Gewalt geht in seiner Weisheit, die über alles menschliche Denken und Planen geht in seiner Heiligkeit, die keinen Widerspruch, keine Sünde duldet und in seiner unendlichen Liebe und Güte, die uns trotz all unserer Schlechtigkeit immer wieder eine neue Chance gibt, dadurch, dass er uns seinen eigenen Sohn Jesus Christus sandte, der unsere Schuld auf sich nahm und uns mit Ihm durch Sein Opfer am Kreuz entsühnte. Ich erkannte, dass ich an Ihn glaubte, weil ich nun endlich wusste, dass es Ihn gibt. Ich erkannte, das Er der Einzige ist, der in Ewigkeit war, jetzt ist, und in aller Zukunft sein wird. Der HERR schlechthin. Ich erkannte, dass ich mich diesem Herrn beugen musste, ihm folgen sollte. Ich erkannte, dass ich ein Christ geworden war.

 

Dietmar Fink

 

 

 

 

 


   

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